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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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30.04.2024

Zwei Modelle zum Stellenplan 2035: Synode diskutiert künftige Ausrichtung des Kirchenkreises

Andacht mit Einführungen

Im 1. Brief des Paulus an die Korinther (12,4) heißt es: Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Wie groß diese Vielfalt allein im Kirchenkreis Halle-Saalkreis ist, offenbarte sich bereits im Vorfeld der Synode. Gleich fünf Menschen wurden von Superintendent Hans-Jürgen Kant und seiner 2. Stellvertreterin, Gundula Eichert, in ihre „neuen“ Aufgaben eingeführt:

  • Karsten Müller als 1. Stellvertretender Superintendent
  • Jonathan Rumpold-Schubert als Amtsleiter
  • Karl Rackow als Assistent des Superintendenten
  • Claudia Hiller als Stellvertretende Amtsleiterin sowie
  • Christin Bleuel als Assistentin des Superintendenten.

„Ich freue mich über die Menschen, die sie sind und natürlich über das, was sie jeden Tag leisten“, sagt Superintendent Kant und ergänzt nach ein paar persönlichen Worten an die Einzuführenden: „Unsere Kirche kann sich freuen, dass sie solche Frauen und Männer hat, die bereit sind, hauptamtlich für sie zu arbeiten. Und ich – ich kann mich jeden Morgen beschwingt und ohne Sorgen auf den Weg in die Mittelstraße machen. Weil ich dort auf solche großartigen Menschen stoße.“

Tagungsbeginn und Bericht des Superintendenten

Aufgrund des Umfangs der Andacht zu Beginn und des Weges von der Ostrauer Kirche zum eigentlichen Tagungsort, die Bibliothek im Schloss Ostrau, startete die Synode erst gegen 10 Uhr. Die 9. Tagung des Kirchenparlaments in der aktuellen Legislaturperiode nahm dann aber inhaltlich schnell Fahrt auf.

Den ersten Tagungsordnungspunkt markiert traditionell das Grußwort der Regionalbischöfin, welches diesmal vom Präsidiumsmitglied Christian Hundrieser verlesen wurde. Ob Bettina Schlauraff ahnte, wie nah sie mit ihren Worten an dem war, was auf die Synodalen noch zukommen sollte? Sie schrieb: „Gemeinsam werden Sie wichtige Wege Ihres Kirchenkreises beraten, bedenken und beschließen. […] Sie werden es diskutiert haben und alle Argumente abgewogen. Manche Entscheidungen werden Ihnen nicht leichtfallen.“  

Der daran anschließende Bericht des Superintendenten leitete die Tagung dann auch inhaltlich ein. In seinen Ausführungen setzte der geistlicher Leiter des Kirchenkreises und Vorsitzende des Kreiskirchenrates fünf Schwerpunkte: Gebäude und Gebäudeplanung, Stellenplanung, Digitalisierung, gesellschaftliche Herausforderungen sowie die Veränderungen in der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterschaft.

Gebäude und Gebäudeplanung

Da es bislang noch keine Notwendigkeit gab, mutmaßt Superintendent Kant, steht dieses Thema im Gegensatz zu anderen Kirchenkreisen in Halle-Saalkreis spät auf der Tagesordnung. „Dennoch: Wir werden uns dem Thema „Gebäudeplanung“ widmen müssen. Besonders auch, um die Gemeinden anzuregen, über ihre Gebäude ins Gespräch zu kommen“, blickt der geistliche Leiter nach vorn. Das wird notwendig, um synodalen Gremien und Gemeinden verlässliche Handlungsgrundsätze im künftigen Umgang mit Gebäuden an die Hand zu geben. Neben dem, was sich Kant für den Kirchenkreis ins „Hausaufgabenheft“ geschrieben hat, sollen auch die Gemeinden vor Ort von Beginn an mitgenommen und unterstützt werden. [Anmerkung der Redaktion: Ein wichtiger Baustein hierfür wird die kommende Fortbildung für Gemeindeleitende mit der zuständigen Fachfrau vom Landeskirchenamt, Dr. Perlich-Nitz, am 13. Juni sein.]

Der Stellenplanprozess 2035

Die seit Februar 2023 erarbeiteten Skizzen wurden nicht nur im Stellenplanausschuss, sondern auch unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen GKR-Vorsitzenden sowie abschließend im Kreiskirchenrat ausführlich diskutiert. „Wir haben es uns dabei nicht leicht gemacht. Das hat vielleicht auch etwas mit unserer Jahreslosung zu tun: Was ihr tut, das macht mit Liebe – In diesem Fall: zu den Gemeinden mit ihren Ehrenamtlichen und zu den Menschen, die hauptberuflich im Verkündigungsdienst des Kirchenkreises arbeiten“, resümiert Kant den bisherigen Weg.

Zudem sei durch Vakanzen die Rücklage weiter angewachsen. Eine Entwicklung, die aller Voraussicht nach auch 2024 zu erwarten ist. Das ermöglicht es dem Kirchenkreis auch zwei zusätzlich zum Stellenplan vorgehaltene Stellen zu finanzieren. Aktuell sind die Kreispfarrstelle für Vertretungsdienste, die Feier der Lebenswende sowie die Ende Mai auslaufende Citypfarrstelle Nutznießer dieses gut gefüllten Topfes.

Digitalisierung

Das „Digitalisierungsgesetz der EKM“ stellt den Kirchenkreis in den kommenden Jahren vor die die Herausforderung den Digitalisierungsprozesses im Verkündigungsdienst zu zentralisieren. Auch wenn konkretisierende landeskirchliche Verordnungen noch ausstehen, sondiert der Kirchenkreis Halle-Saalkreis erste Umsetzungsvarianten. Favorisiert wird zum aktuellen Zeitpunkt ein analoges Verfahren zum Kirchenkreisarchiv. So könnten Handy, Laptop, Telefon sowie die daran anknüpfenden Laufzeit- und Wartungsverträge durch eine von den Gemeinden zu erbringende und über den Strukturfonds vollständig erstattete Umlage finanziert werden.

Gesellschaftliche Herausforderungen

Die ForuM-Studie zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“ sowie die durch den Bericht des Nachrichtenportals correctiv ausgelöste gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit rechtsextremistischen Plänen gingen auch am Kirchenkreis nicht spurlos vorbei. Mit einem kirchenkreisweiten Schutzkonzept sowie der aktiven Beteiligung an der Großdemonstration „Dem Rechtsruck widersetzen“ fand der Kirchenkreis adäquate Antworten. Auch das fortwährende Schutzbedürfnis von Menschen im Kirchenasyl thematisierte Kant. Gemeinden, die sich dessen annehmen, sollen auch weiterhin finanziell unterstützt werden.

Umfänglichere Ausführungen zu den einzelnen Punkten sowie Details zu Veränderungen im Bereich der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden können Sie in dem unten angefügten vollständigen Bericht des Superintendenten nachlesen. (Aktuell noch nicht online)

Pfarrstelle Könnern

Ein erster Synodalbeschluss der zurückliegenden Tagung war die Änderung der Pfarrstellenstruktur im Bereich Könnern. Mit Wirkung zum 1. Mai 2024 werden die beiden Pfarrstellen Könnern I (75 %) und Könnern II (50 %) aufgehoben. Künftig wird es für den 1.120 Mitglieder umfassenden Bereich nur noch eine Pfarrstelle geben, diese aber mit einem uneingeschränkten Dienstumfang von 100%.

Dieser Antrag wurde bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen.

Stellenplan 2035

„Wir sind heute nicht aufgerufen einen Stellenplan zu beschließen“, versuchte der Präses der Synode, Mark Udo Born, bereits in seinen einleitenden Worten das Kirchenparlament zu entlasten - umso mehr, als dass sich Stellenplanausschuss und Kreiskirchenrat bereits deutlich zu Gunsten eines Modells positioniert hatten. Sollte sich also aus der Synode kein anderslautender Auftrag ergeben, dann - so der Vorsitzende des Präsidiums weiter - wird der bereits eingeschlagene Weg weiterverfolgt.

Einbringung des vom Stellenplanausschuss und Kreiskirchenrat Vorschlags

Zur Verdeutlichung des Einsparerfordernisses im Verkündigungsdienst trotz aktuell anwachsender Rücklagen blickte Superintendent Hans-Jürgen Kant vor seiner Einbringung auf die für die Finanzierung maßgeblichen landeskirchlichen Kriterien. Bis 2035 gilt es ca. vier Stellen im Vergleich zu heute einzusparen. Wie dies gelingen kann, skizzierte die im Nachgang eingebrachte Umsetzungsvariante. Die Grundsätze dieser favorisierte Alternative sehen wie folgt aus:

  • Es darf eine Ungleichzeitigkeit von Strukturen und Stellen geben. Ermöglicht werden „Regionen mit Parochien“ und „Regionen ohne Parochien“.
  • Statt der jetzt existierenden drei großen Bereiche soll es künftig sechs Kleinregionen geben. („Gestaltungsräume“)
  • Die „Region ohne Parochie“ kann ein zukunftsweisendes Modell sein, dessen Erprobung der Kirchenkreis fördern wird. Während der künftige Gestaltungsraum West frühzeitig neue Formen der Zusammenarbeit erproben soll, können die verbleibenden fünf Kleinregionen können im Laufe der zehnjährigen Periode in einen „Alternativmodus“ wechseln.
  • Mathematische Gerechtigkeit bei der Stellenzuteilung ist kein vorrangiges Ziel. Dagegen ist die Solidarität zwischen Stadt und Land ein hohes Gut im Kirchenkreis. Das heißt, dass der Einsatz von Kantorinnen und Kantoren im städtischen Kontext fortgeschrieben wird. Andererseits gibt es auf dem Land eine bessere Ausstattung mit Pfarrpersonen als in der Stadt.
  • Der Kirchenkreis unterstützt die Gemeinden und Gestaltungsräume durch flankierende Maßnahmen im Blick auf Verwaltung, Gebäude, Friedhöfe, Digitalisierung und weitere Aktivitäten.
  • Die Kürzung von hauptamtlichen Stellen erfolgt über die gesamte Fläche, in allen Professionen - auch in der Leitung und der Sonderseelsorge.
    • Die gemeindepädagogische Dimension des Verkündigungsdienstes soll für alle Mitarbeitenden eine nachdrückliche Aufwertung erfahren.
    • Der Gewinnung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements und der darüber eingebrachten Gaben, soll eine hohe Priorität eingeräumt werden.

Wie ein Wechsel in eine Region ohne Parochie und der regionalen Zusammenarbeit als Team gelingen kann, skizzierte anschließend der Leiter des noch bestehenden Bereiches Nord-Ost, Werner Meyknecht. „Ich bin 35 Jahre und ich kennen nur Rückbau. Wenn wir schon zurückbauen müssen, dann lasst uns zumindest etwas anders machen“, startet der landsberger Pfarrer seine Ausführungen.  Das Erprobungsraumgesetz ermögliche einen derartigen Umbau.  Ginge es nach den Vorstellungen von Meyknecht, so könnten Regionen nach Voten aus Regionalkonvent (Hauptamtliche) und der Regionalkonferenz (anwesende GKR-Mitglieder aus der Region) sowie anschließendem Synodenbeschluss in den „Alternativmodus“ wechseln. Alle strategischen Entscheidungen werden dann ausschließlich auf der regionalen Ebene des Gestaltungsraums getroffen: von Aufteilung der Arbeitsschwerpunkte bis hin zu hauptamtlicher Zuständigkeit in den Gemeindekirchenräten. „Damit werden die hauptamtlichen Kräfte dem „Zerriebenwerden“ unterschiedlicher Lokalinteressen enthoben“, so Meyknechts Erwartung. Dass der Aufbau und die Entwicklung eines Teams nicht von allein gelingt, aber auch nicht an unterschiedlichen Persönlichkeiten scheitern muss, zeige die Wirtschaft. Daher ist eine professionelle Begleitung von Beginn an unabdingbar.

Vorstellung der vom Ausschuss „Kirchliches Leben“ eingebrachten Alternative

Einer von Karsten Müller eingebrachten Alternative wurde die Feststellung vorangestellt, dass der hierfür verantwortliche Ausschuss Kirchliches Leben sich den Vorzug erlaubte, erst einmal ohne Zahlen agieren zu dürfen. „Trotzdem ist dieser Ansatz kein Wolkenkuckucksheim, sondern am Ende kommen auch wir zu Zahlen. Aber zu Beginn stand die Frage, wie wir aus dem zur Verfügung stehenden Gestein das edle Metall der Verkündigung herausschmelzen“, so das von Müller skizzierte Bild. Die dem Papier zugrunde liegende Idee stellt die Sinnhaftigkeit der Parochie bei immer größer werdenden Bereichen generell in Frage. Ein weiteres Ziehen am Tischtuch, so der frisch eingeführte 1. Stellvertreter des Superintendenten, schaffe sowohl Gewinner als auch Verlierer. Daher sei es an der Zeit neu zu denken: zeitgleich und kirchenkreisweit werden Teams bestehend aus allen Gewerken – also Pfarramt, Kirchenmusik und Gemeindepädagogik – eingesetzt, wobei die konkreten Einzugsbereiche noch zu definieren wären. „Alle verlieren etwas, indem Bestehendes aufgehoben wird. Und gleichzeitig sind alle Gewinner, da etwas Neues für alle entsteht, dass langfristig tragbar ist. An die Stelle parochialer Tradition treten Arbeitsbereiche. Die Stärke des Modells ist, dass wir so mehr Möglichkeiten haben, als uns aktuell vor Augen sind“, schließt Müller seine Ausführungen, nicht ohne noch die darin innewohnenden Potentiale für die Relevanz von Kirche in unserer Gesellschaft zu betonen.

Diskussion

Aus anfänglichen Verständnisfragen entspann sich schnell eine tiefergehende inhaltliche Diskussion. Hierin wurde u.a. deutlich, dass die EKD-weite Kirchenmitgliedschaftsstudie sowie die von der EKM initiierte Umfrage zur Kirchenmusik in der Stellenplanung keine Beachtung finden konnten. Hätte der Stellenplanausschuss diese Ergebnisse intensiver gewürdigt, hätte es nach Aussage von Kant lediglich bei den Gemeindepfarrstellen Kürzungen geben dürfen. Zudem offenbarte sich im Planungsprozess immer wieder die Besonderheit des Kirchenkreises Halle-Saalkreis. Aufgrund des EKM-weiten einzigartigen Zusammenspiels von großstädtischer Prägung und ländlicher Struktur, sind andernorts gemachte Erfahrungen oder geplante Modelle (z.B. „Leuchtturm“-Projekte) im hiesigen Umfeld wenig tauglich.

Auf Nachfrage, warum der Stellenplanausschuss die Alternativvariante nicht weiter verfolgte, sagte Kant, dass letztlich auch die favorisierte Option in einem ähnlichen Umfang Wirkung entfalte. Entgegen einer zeitgleichen umfassenden Neustrukturierung des hauptamtlichen Dienstes ermögliche der favorisierte Vorschlag sanftere Übergänge zu passenden Zeitpunkten. Trotzdem verhalten die von Müller benannten Ansätze nicht ungehört. In ihrem Grundgedanken, also der Stärkung der Teamarbeit, finden sich diese auch in der favorisierten Skizze insbesondere in der Umsetzungsdarstellung wieder.

Die Stärke des Alternativmodells, so Karsten Müller in einer direkten Reaktion darauf, sei demgegenüber das Neudenken der Strukturen in Stadt und Land. Und verfolgt man dieses Modell konsequent weiter, verbleibe sogar ein Pool unverplanter Stellen. Diese, so Müller weiter, könnten je nach Bedarf inhaltlich völlig frei aufgestellt werden (z.B. Diakoniepfarrstelle o.ä.).

Unabhängig von beiden Varianten wurde insbesondere die Etablierung regionaler Teamstrukturen kritisch gesehen. Es wurde die Vermutung aufgestellt, dass hiermit das Bestreben verbunden sei, über eine „Hintertür“ größere Gemeinden zu schaffen. Auch wenn dies kein vorrangiges Ziel sei, so Kant in seiner Reaktion darauf, „so müssen wir ehrlich zu uns sein. Künftig werden wir auch um solche strukturellen Veränderungen nicht umhinkommen.“

Sorgen bereitete einigen Synodalen zudem der von Meyknecht vorgestellte „Alternativmodus“. Es wurde vermutet, dass mit der Etablierung von Regionalkonferenz und Geistlichem Rat ein noch höherer Aufwand für das Ehrenamt einhergehe.  Dies versuchte der Einbringer zu entkräften, in dem er die offene Struktur des Rates betonte. Zudem verwies er auf aktuelle Prozesse. Beispielhaft nannte er die Erstellung von Dienstvereinbarungen, wo es durch die umfangreiche Beteiligung vieler GKR´s (insbesondere im ländlichen Bereich) schon jetzt zu einem erheblichen Zusatzaufwand in der Entscheidungsfindung komme.

Eher progressive Kräfte des Kirchenparlamentes kritisierten den zeitlichen Horizont des zentralen Vorschlages. Zehn Jahre böten viel Zeit, um den aktuellen „parochialen status quo“ erst einmal auszusitzen und sich einem Regionalteam zu verweigern. Ein Warten sei nicht beabsichtigt, so Superintendent Kant in seiner Entgegnung darauf. Der Gestaltungsraum West sei das beste Beispiel dafür. Bereits ab Umsetzung des noch zu beschließenden Stellenplans 2035 soll hier der Transformationsprozess angestoßen werden. Dieser soll regelmäßig überprüft und bei Bedarf nachjustiert werden. Ein Vorgehen, dass in der Mitte der Synode Zustimmung fand. Ganz im Sinne des Handlungsgrundsatzes „to be the second“ können so die in diesem Prozess gemachten Erfahrungen für nachfolgende Kleinregionen nutzbar gemacht werden.  

Stimmungsbild

In der zeitlich begrenzten und intensiv geführten Diskussion erblickte der 1. Stellvertretende Superintendent Karsten Müller eine „hohe Stunde des Parlamentarismus“. Durch die Vorstellung zweier tragfähiger Modelle gehe es nicht darum lediglich etwas vorgefertigtes „abnicken zu lassen“. Die Synode sei aufgefordert, aus den beiden Möglichkeiten die „brauchbare“ Variante auszuwählen, so Müller weiter. Eben dieser Entscheidungsdruck erzeugte aber vereinzelt Widerstände im Plenum. Eine Rückkopplung in die Gemeinden und deren Leitungen sei so nicht möglich.

Trotzdem stand am Ende der Diskussion kein Antrag auf Vertagung in eine Sonder- oder spätere Synode, sondern der Wunsch nach einem abschließenden Stimmungsbild. Dem daraus resultierenden Antrag der Synodalen von Wagner, der vorgestellten Alternative des Ausschusses Kirchliches Leben das Vertrauen auszusprechen, folgten dann lediglich elf Personen. 26 stimmten mit „Nein“ und machten damit den Weg frei für die von Kreiskirchenrat und Stellenplanausschuss präferierte Option. Drei Personen enthielten sich. Damit wird der federführende Stellenplanausschuss die von ihm vorgelegte Skizze weiter präzisieren (siehe auch weiteren Prozessverlauf).

Wahl in den Nominierungsausschuss zur Wahl des Superintendenten

Am 31. Oktober 2025 endet ruhestandsbedingt die Dienstzeit von Superintendent Hans-Jürgen Kant. Um bereits frühzeitig die Weichen für eine Nachbesetzung zu stellen, werden bereits jetzt Mitglieder für den Nominierungsausschuss gesucht. Die Synode war am zurückliegenden Samstag dazu aufgerufen jeweils zwei haupt- und ehrenamtliche Personen zu wählen. Anders als in sonstigen Wahlverfahren üblich, müssen diese nicht zwangsläufig aus Synodalen bestehen. Daher fanden sich auf den beiden Wahllisten auch Personen, die keine Mitglieder des Kirchenparlaments sind.

Zur Wahl standen die ehrenamtlich Engagierten Prof. Andreas Hilgeroth (Landessynodaler), Christian Hundrieser, Nicol Speer und Christopher Wisniewski (alphabetisch). Aus dem Pool der Hauptamtlichen wurden Kirchenmusiker Joachim Diemer, die zweite Stellvertreterin des Superintendenten Gundula Eichert, Pfarrerin Hanna Henke und Kreisreferentin Ulrike Simm vorgeschlagen.

In den Nominierungsausschuss wurden Henke, Hundrieser, Simm und Speer gewählt.

Abschluss: Rechnungslegung und Bericht von der Landessynode

Nachdem der frisch eingeführte Amtsleiter Jonathan Rumpold-Schubert den Synodalen den Weg durch die Rechnungslegung des Jahres 2023 ebnete, beschloss ein Bericht des Landessynodalen Prof. Andreas Hilgeroth, das Tagungsprogramm. Zu Beginn übermittelte er die Aufforderung der Landessynode an die Kirchenkreise, ein Drittel der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Arbeit mit Familien, Kindern, Jugendlichen sowie in der Kirchenmusik einzuplanen und einzusetzen. Einen ebenso großen Umfang in seinem Bericht nahm zudem der künftige Umgang mit als rechtsextrem eingestuften Parteien ein. Im Zuge anstehender Wahlen sowie im Hinblick auf die GKR-Wahlen im Jahr 2025 stellt dies Kirche nochmals vor eine besondere Herausforderung. Hilgeroth bekräftigte in seiner Ausführung die landessynodale Position, dass menschenverachtende und -ausgrenzende Positionen sowie das Engagement für und in Parteien, die mit ihren Programmen und Führungspersonen für derartige Haltungen stehen, mit einem christlichen Welt- und Menschenbild nicht vereinbar sind. Um dafür auch in künftigen Gemeindeleitungen Gewähr zu bieten, sind angehende Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeindekirchenrat aufgefordert, eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung zu unterzeichnen.

Am frühen Nachmittag endete eine hochspannende Synodentagung an einem einzigartigen Ort. Auch im Herbst wird sich das Kirchenparlament im Saalekreis treffen. Am 9. November tagt die Synode dann in Johannashall.

Abschließender Hinweis: Der hier nachzulesende Bericht beruht auf den persönlichen Wahrnehmungen des anwesenden Redakteurs. Alle Angaben sind ohne Gewähr und besitzen keinerlei rechtliche Beweiskraft.


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Dokumente zum Download:
2404_Bericht des Superintendenten

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