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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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20.06.2022

Wort des Migrationsbeauftragten Peter Kube zum Weltflüchtlingstag

Flucht

Vorab möchte ich erst einmal DANK sagen: Manche sind immer wieder und weiter tätig, um hier angekommene und neu aufgenommene Geflüchtete zu unterstützen. Oft wird Persönliches zurückgestellt. Andererseits erzeugen die oft erlebte Zögerlichkeit und klein(lich)ste Hindernisse im bürokratischen Getriebe Stress - nach oben und unten. In der Folge kostet es irrsinnig Kraft, unrechtmäßig angewendetes Recht in das humanitär gebotene Handeln zu überführen. Gerade im Migrationsrecht führen weit über 50 Prozent der Einsprüche nach Urteilen und gegen Entscheidungen der Bundesbehörden zum (Teil)Erfolg. Das bedeutet, dass bei anderer Anwendung des Rechts den Menschen viel Stress und dessen Folgen erspart geblieben wären. Und so gäbe es noch viele Gründe, Einzelnen und Kreisen verlässlicher Hilfsbereitschaft hier zu danken.

Heute ab 17 Uhr lädt die UNO - Flüchtlingshilfe zur Beteiligung an ihrer Mission ein. Nehmen wir mit ihr "das große Ganze" - wie der MDR ein recht neues Format seiner Sendereihen nennt - in den Blick.

In den zurückliegenden Jahren haben wir vor Ort im unmittelbaren Erleben und Umfeld der Kirchen(gemeinden) sehr viel erlebt. Aktuell sind wir damit befasst, dass die Geflüchteten aus der Ukraine ankommen und versorgt werden. Die Bereitschaft etwas oder sich selbst einzubringen war und ist groß. Zugleich die Fragen: Wie lange kann eine Entwicklung immer wieder in relativ stabilen Lebensräumen wie unseren mitgetragen werden? Können wir dauerhaft und immer wieder Angst lindern, Wohlstand teilen, Wunden heilen lassen, immer den Einzelnen vor der Tür sehen?

Zugleich wirken die Ursachen als Überforderung. Ich kann es nicht verstehen und doch kenne ich die Abgründe des Menschlichen: Verdeckte und offenen Herrschaftsansprüchen/ Diktaturen, unfähige Regierungsverantwortlichkeiten, hemmungsloser Nationalismus, Rassismus, religiös verpackten Extremismus, ungerechte ausbeuterische Wirtschafts- und Finanzmarktstrukturen, Bereicherungen ohne persönliche Verantwortung etc.

Wir wissen, dass wir weiter machen mit unserem Wirken in unserem Umfeld. Bitte, wir brauchen ermutigende Erfahrungen mit Flüchtlingen, die mit uns leben - aber diesen Mut erfahren wir als GEBEN und EMPFANGEN. Die Ermutigung trotzt Missverständnissen und zeitlich und menschlich begrenzter Gemeinsamkeit. Immer dann, wenn wir uns darauf einlassen und die Quelle auch dort finden, wo sich ein großes, für manche das größte Einlassen auf jede/n von uns zeigt: In der FROHEN BOTSCHAFT wie im gestrigen Evangelium/Predigttext am 1. Sonntag nach Trinitatis: Lukas 16, 19-31.

Peter Kube

(redaktionell gekürzt: T: Bau | Bild: Gerd Altmann auf Pixabay)

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