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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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08.05.2022

Kreissynode vom 7. Mai 2022 - Ein Rückblick

Synode 2022

Es hat nicht sollen sein! Auf den Klang der neuen Orgel der halleschen Pauluskirche mussten die Mitglieder Frühjahrssynode leider verzichten. Wie Pauluskantor KMD Andreas Mücksch berichtete, sind die Arbeiten an dem Instrument zwar schon weit vorangeschritten, aber eben noch nicht beendet. So konnte der Musiker lediglich mit dem E-Piano die Andacht unter Leitung von Citykirchenpfarrerin Ulrike Scheller musikalisch begleiten.

Pünktlich 9:30 Uhr startete die Synode im unweit gelegenen Gemeindehaus der Paulusgemeinde. 37 der 45 Mitglieder des Kirchenparlamentes waren anwesend, wovon noch drei ihr Synodalversprechen ablegen mussten. Unter ihnen war auch der amtierende Leiter des Kreiskirchenamtes, Jonathan Rumpold-Schubert, der im zurückliegenden Jahr den Staffelstab von seiner Vorgängerin Christine Heuert übernommen hatte.

Grußwort des amtierenden Regionalbischofs im Sprengel Magdeburg, Sup. Uwe Jauch

Nach den üblichen Formalien wie Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung, Beschluss der Tagesordnung und Bestätigung des Protokolls wurde ein Grußwort des amtierenden Regionalbischofs und Superintendenten im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt, Uwe Jauch, verlesen. Hierin hielt er Rückgriff auf den aktuellen Monatsspruch aus dem 3. Johannesbrief „Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht.“

In seiner Analogie zur gesundheitlichen Situation unserer Kirche mahnt Jauch an, „Dass wir uns oft auf die körperlichen Symptome konzentrieren und der Seele zu wenig Beachtung schenken. Wenn wir über die Zukunft unserer Kirchenkreise reden, dann sprechen wir über Strukturen.“ Aus den Blick gerät aber allzu oft, so der amtierende Regionalbischof weiter, das, „was uns im Innersten ausmacht […], was wir glauben und das, worauf wir hoffen.“ Und so sind wir alle - immer den Grund des christlichen Auftrages vor Augen habend – auch als Seelsorgerinnen und Seelsorger an unserer Kirche gefragt.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“: Bericht des Superintendenten

Noch vor der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Schwerpunktthema de Synode richtete Superintendent Kant seine Worte an die Mitglieder des Gremiums. Die Jahreslosung von 2019 aufgreifend begann er seine Ausführungen mit einem Blick auf das aktuelle Weltgeschehen, um im Lichte dessen über die Aktivitäten und Geschehnisse im Kirchenkreis zu berichten.

Ukraine und Corona: Auswirkungen gesellschaftlicher Ereignisse auf das Gemeindeleben

Erster Anknüpfungspunkt war daher auch das mit dem Krieg und der Flucht im Zusammenhang stehende Engagement der Gemeinden und des Kirchenkreises. Von Spendenaktionen, Wohnungspatenschaften, Kaffee-Versorgung bis hin zur Alltagsbegleitung reichte das Engagement. Auch die Absicht einer theologischen Positionierung des Kirchenkreises zum Umgang mit dem Krieg lies der geistliche Leiter nicht unerwähnt. Dabei machte er auch aus seiner Position keinen Hehl: „Ich selbst lehne die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine ab, weil ich befürchte, dass der Krieg damit weiter eskaliert. Bei allen Fragezeichen und bei allem Respekt für die Ukrainer, die ihre Heimat verteidigen.“

Hinsichtlich gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen sparte Kant auch nicht das Dauerthema Corona aus. Die Debatte um die Aktion „Impfen ist Nächstenliebe.“, der jederzeitige Zugang zu Gottesdiensten für alle Menschen (ggf. unter Auflagen, wie Test und/oder Masken) sowie die finanzielle Unterstützung des Kirchenkreises (ca. 42.000 Euro wurden an die Gemeinden für Schutz- und Hygienemaßnahmen ausgezahlt) wurden thematisiert.

Strukturwandel

Ganz im Sinne des Grußwortes von Uwe Jauch diskutiert man, so berichtete Kant, im Pfarrbereich Landsberg, wie Verkündigung und Verwaltung in einen sinnstiftenden Ausgleich gebracht werden können. Als Erprobungsraum wird das Projekt „Kirche reBOOTen“ auch durch die EKM begleitet.

Auf der Kirchenkreis-Ebene wirft die „AG Verwaltung“ unter Leitung des Vorsitzenden des Bau- und Finanzausschusses, Andreas Schuster, den Blick darauf, wie Verwaltungsprozesse optimiert werden können, um Raum für wesentliches im pfarramtlichen Dienst zu schaffen.

Darüber hinaus informierte der Superintendent auch über den weiteren Prozess der Verhandlungen im Blick auf die Zusammenarbeit der drei Kreiskirchenämter in Merseburg, Naumburg und Halle, mit dem langfristigen Ziel einer gemeinsamen, langfristig tragfähigen Verwaltungsstruktur. Positionen, die der Kirchenkreis Halle-Saalkreis kompromissbereit in die Verhandlungen vertritt, sind: Entschleunigung des Prozesses, keine überdimensionierte Leitungsstruktur, Reduktion der Standorte eines gemeinsamen Zweckverbandes, die Sinnhaftigkeit von Halle als Standort für ein gemeinsames Amt sowie ferner die Frage nach einem gemeinsamen Kirchenkreis“, so Kant in seinem Bericht. Der erst kürzlich auf der Kreissynode Naumburg-Zeitz getroffenen Beschluss, die Bildung eines Zweckverbandes des Amtes mit dem Kreiskirchenamt Merseburg zu vertagen, skizziere, wie herausfordernd Veränderungsprozesse wie dieser sind.

Arbeit des Kreiskirchenrates und Abschluss

Als Vorsitzender des Kreiskirchenrates gab Kant blitzlichthaft auch Einblicke in hier getroffene Entscheidungen, beginnend beim Dauerthema „Bauen und Finanzen“ bis hin zu GKR-Berufung in Kanena, die Bildung von Kirchengemeindeverbänden in Landsberg und Halle-Neustadt.

Den Abschluss des Rückblicks auf die Geschehnisse im Kirchenkreis bildeten personelle Veränderungen und der Wunsch: „Lassen Sie uns dem Frieden nachjagen: Bei uns im Kirchenkreis: Indem wir miteinander reden und uns ggf. auch streiten über unseren Weg und gute Entscheidungen, aber beieinanderbleiben und versuchen, zu bestmöglichen Lösungen zu kommen! Und im Blick auf den Ukraine-Krieg und auf alle weiteren 28 Kriege […] soll gelten: Lieber einhundert Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute aufeinander schießen!“

Schwerpunktthema: Engagement von Kirche in der Gesellschaft am Beispiel Lebenswendefeiern

Den Beginn der 90minütigen inhaltlichen Arbeit markierte der theologische Impuls von Dr. Georg Bucher (Foto). Zwei wesentliche Elemente markierten seine Ausführungen. Zum einen gibt es – so Bucher - weder „die Kirche“ noch „die Welt“. Daher lassen sich beide Größen auch nicht so einfach gegenüberstellen. Die zweite Facette knüpft an den Hauptvortrag von Heino Falcke, auf der Synode des Kirchenbundes Dresden 1972 an. Befreit in Christus zur „grenzüberschreitenden und solidarischen Liebe“ haben wir Raum, um uns unbelastet und offenen Herzens für die Nächsten in unserer Gesellschaft einzusetzen. Die Feiern der Lebenswende sind ein Ausdruck dessen.

Eine filmische Sequenz aus dem Kirchenmagazin „Zwischen Himmel & Halle“ im Zusammenschnitt mit einem erst am zurückliegenden Donnerstag geführten Interview mit Professor Dr. Michael Domsgen von der theologischen Fakultät der Martin-Luther Universität spannte den Bogen hin zu den konkreten Vollzügen im Kirchenkreis.


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In die Umsetzung und deren Wirkungen führte Citykirchenpfarrerin Ulrike Scheller ein, zu deren Stellenumfang 25 Prozent Arbeit bei den Lebenswendefeiern gehören. Mit kurzen, teils amüsanten und teils erstaunlichen Zitaten machte sie deutlich, welch gewichtige Rolle Kirche im Übergangsstadium junger Menschen von Kindheit zum Erwachsenen spielen kann: Vertrauenspartner, Exoten, Übersetzer, Gastgeber, Seelsorger, Informant, Eventmanager, Begleiter auf Zeit und somit Anbieter einer besseren Alternative sein.

Die Zahlen sprechen für sich. 830 Jugendliche nutzen in diesem Jahr das Angebot. Es beteiligen sich 26 Schulen an den insgesamt 31 Feiern. Besonders erfreulich ist, dass immer mehr Sekundarschulen das Angebot nutzen. Mit der Lebenswende haben wir eine „Kontaktfläche zu diesen Milieus, die wir sonst nicht hätten“, konstatiert Ulrike Scheller in ihren Ausführungen.

Im Anschluss an die beiden präsentischen und den filmischen Impuls entspannten sich angeregte Diskussionen, die teilweise im Plenum als auch in Kleingruppen geführt wurden. Insbesondere die Frage nach daran anknüpfenden Nachfolgeangeboten für jungen Menschen wurde intensiv bewegt. Auch kritische Stimmen fanden Gehör. Was bedeutet das für die inhaltliche Ausgestaltung der ländlichen Pfarrstellen? Werden gruppendynamische Prozesse in den beteiligten Klassen zum Hindernis für unsere Konfirmationen? Warum tun sich Gemeinden - trotz vieler guter Erfahrungen -immer noch so schwer, sich sowohl nach innen (KGV/ Fusionen) oder nach außen zur öffnen (Analogie zur Rose, mit Blüte und Stacheln)? Insbesondere letztgenannter Aspekt verdeutlicht, wie schwer inhaltlicher Transfer der Erkenntnisse aus „der Lebenswende“ auf andere Kontexte ist. Eine, dies aufgreifende weiterführende Diskussion war aufgrund der begrenzten zeitlichen Ressourcen leider nicht möglich. Die Fragestellungen machen aber deutlich, wo es Anknüpfungspunkte für die Synode und deren Ausschüsse gibt, die aufgegriffen und weitergedacht werden sollten.

Rechnungslegung

Erstmals war der amtierende Amtsleiter, Jonathan Rumpold-Schubert damit beauftragt, die Synode über Einnahmen in Höhe von 12.952.502,30 Euro und Ausgaben in Höhe von 11.979.384,96 Euro im zurückliegenden Haushaltsjahr zu informieren. Der allgemeine Haushalt des Kirchenkreises wurde vorgestellt, die Einnahmen und Ausgaben im Verkündigungsdienst aufgegliedert und die Finanzen des Kreiskirchenamtes offengelegt.

Nachfragen aus der Mitte der Synode zu seiner Präsentation waren bis auf wenige Verständnisfragen kaum vorhanden. Die Frage, wie hoch der Anteil von Kirchensteuer an den vorgestellten Finanzströmen sei, ließ sich nur bedingt beantworten. Alle Einnahmen – von Kirchensteuer über Spenden bis hin zu Staatsleistungen – werden zusammengeführt und werden dann über einen entsprechenden Verteilschlüssel an die Kirchenkreises ausgereicht. Aufgrund der Komplexität dieses solidarischen Verteilmechanismus (von Gemeindeglieder bis Einwohnerzahl) lässt sich nur schwerlich bestimmen, wie hoch der Anteil an Kirchensteuer in der zugewiesenen Gesamtsumme ist.

Die Kreissynode beschloss die vorgelegte Jahresrechnung einstimmig.

Berichte aus den Ausschüssen

Der Bau- und Finanzausschuss tagte 11-mal im zurückliegenden Jahr. Neben diversen Großprojekten, dem Pfarrhaussanierungsprogramm (PHSP) und der Förderung von Gemeindeverbünden beschäftigte das Gremium insbesondere die Zunahme der finanziellen Auswirkungen von Totholzbeseitigungen auf Friedhöfen aufgrund der klimatischen Veränderungen.

Auch der Ausschuss kirchliches Leben hatte sich mit dem PHSP auseinanderzusetzen. Insbesondere der Fokus auf die Frage nach der Residenzpflicht für hauptamtliche Mitarbeitende im Verkündigungsdienst beschäftigte das kleinste synodale Gremium. Hier entschied man sich für eine Weiterführung des Programm und der Dienstwohnung zu votieren. „Wenn im Pfarrhaus jemand für uns betet, dann soll uns das auch etwas wert sein“, so ein Stimmungsbild aus dem Ausschuss.

Darüber hinaus berichtete die Ausschussvorsitzende Simone Carstens-Kant über die Diskussion um das Votum zur finanziellen Förderung von Kirchengemeindeverbänden. Hier stellte man heraus, dass entlastende Strukturveränderungen nicht zwangsläufig zum Verlust der Individualität einer Gemeinde führen müssen und regte an, dies stets im Blick zu behalten. Der Hinweis auf ein Projekt, das der Ausschuss auf den Weg bringt und das die „mittleren“ Generationen stärker in den Blick nimmt, beendete die Ausführungen von Carstens-Kant.

Der Ausschuss Diakonie & Soziales tagte nach einer coronabedingten Absage zu Beginn des Jahres dann Ende März zusammen mit dem Kreisdiakoniekonvent. Das eigentliche geplante Überblicksthema „Diakonie“ rutschte aber aufgrund der Diskussion um Hilfsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg in den Hintergrund. Ein Folgetreffen ist daher geplant.

Der Struktur- und Stellenplanausschuss traf sich zu seiner 5. Sitzung. Auch hier wurde zum PHSP sowie der Förderung von Gemeindeverbünden votiert. Anstehende Stellenbesetzungen nahm der Ausschuss zum Anlass, den aktuell gültigen Stellenplan 2025 kontinuierlich auf seine Sinnhaftigkeit im Lichte der momentanen Situation im Kirchenkreis hin zu überprüfen. Für Herbst ist ein Klausurtag geplant, bei dem Grundsätze für den daran anschließenden, künftigen Stellenplan erarbeitet werden sollen.

Die Visitationskommission erarbeitet aktuell Fragestellungen für ihren Besuch im Pfarrbereich Teicha.

Den Abschluss dieser Berichte bildete ein Blitzlicht aus der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Nachhaltigkeit“. Die Konstituierung des Gremiums ist ein Ergebnis der zurückliegenden Kreiskirchenratsklausur in Magdeburg. Den Vorsitz hat der Landessynodale Prof. Dr. Andreas Hilgeroth aus der Paulusgemeinde. Zielstellung der AG ist die Beförderung einer grundlegenden Haltungsänderung im Hinblick auf umweltsensibles Handeln im Kirchenkreis und den zugehörigen Gemeinden. Insbesondere sollen entscheidungsleitende Prinzipien mit Blick auf Nachhaltigkeit definiert werden, Kontrollmechanismen etabliert, Anreize zu umweltschonenden Handeln geschaffen und Bildungsprozesse initiiert werden.

Ausblick

Die nächste Tagung der Kreissynode findet am 12. November 2022 statt.

Dokumente zum Download:
Ansprache Sup. Kant
Impuls Bucher

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