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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Geistliche Impulse

Komm und sieh...- Dekan Prof. Dr. Dirk Evers, Institut für Systematische Theologie, Praktische Theologie und Religionswissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (10-11/2018)

„Philippus trifft den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!“ (Johannes 1,45+46)

Für evangelische Christenmenschen hat der Glaube viel mit Worten zu tun. Im Mittelpunkt unserer Gottesdienste stehen die Texte der Bibel, die Predigten, Lieder und Gebete. All das vollzieht sich durch Worte. Doch am Ende sind Worte als solche ja nicht die Sache selbst. Sie kommen vielmehr erst dann zu ihrem Ziel, wenn uns ihre Bedeutung aufgeht. Die Worte der Bibel, die Worte, mit denen wir unseren Glauben ausdrücken, weisen auf etwas hin, das es in unserer Wirklichkeit zu entdecken gilt. Und dafür ist das Sehen das primäre Medium. „Komm und sieh!“, das ist die Antwort, die Philippus in unserer Geschichte auf die skeptischen Einwände des Nathanael gibt, mit denen dieser auf den Bericht von Jesus reagierte. „Komm und sieh!“ ist die Einladung zum Glauben seit den Tagen, in denen, wie es im Johannesevangelium heißt, das Wort Fleisch wurde und unter uns wohnte und wir seine Herrlichkeit sahen.

Was gibt der Glaube zu entdecken, was sehen wir, wenn wir die Welt im Licht des Glaubens sehen? Wir hören die Gleichnisse Jesu, und in ihnen entdecken wir, dass das Reich Gottes wie ein Schatz im Acker ist. Wir sehen die Lilien auf dem Felde und entdecken an ihnen, dass unsere Sorge um Äußerlichkeiten uns oft von dem abhält, was eigentlich wichtig ist. In der Geschichte vom barmherzigen Samariter entdecken wir das Geheimnis der Menschenliebe, die den Anderen sich zum Nächsten macht. Und wir sehen den gekreuzigten Jesus selbst und entdecken in ihm die Zuwendung Gottes zum Menschen. Die Bibel ist so etwas wie eine Sehschule. Sie disputiert nicht, sie leitet uns an, unsere Welt und uns selbst neu zu entdecken und in einem anderen Licht zu sehen, dem Licht der Gnade.

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