Wohnzimmerkirche im Domgarten
„Ein bisschen wie eine Wundertüte“ sei sie, die Wohnzimmerkirche in Halle (Saale), sagt Deborah Haferland vom Organisationsteam. Damit ermuntert sie die Gäste im Domgarten Augen, Ohren und Herzen für Überraschendes und Unerwartetes zu öffnen.
Denn Wohnzimmerkirche bewegt sich irgendwo zwischen Poetry Slam und musikalischem Barambiente. Das auch Gäste aus dem Saalekreis sich auf den Weg in die Saalestadt machen zeigt, welchen Zuspruch das Format mittlerweile findet.
„Himmelweit“ lautete das Motto der diesmaligen Wohnzimmerkirche. Das leicht wolkenverhangene Firmament bildete passender Weise auch den Rahmen für das Ambiente. Selbstredend fand auch die 80er-Jahre-Stelampe mit den dunkelbraunen Fransen ihrem Platz zwischen herbstlichen Bäumen und Lichterketten.
„Himmelweit“ war auch die Bandbreite der gelesenen Texte: Ängste, die sich – wtf, wir fliegen - über den Wolken verlieren. Feindesliebe, die fordert und aufwühlt. Verbundenheit trotz großer Ferne unterm gemeinsamen Sternenhimmel. Impulse, die ebenso zum Schmunzeln wie zum Nachdenken einluden. Persönlich und nahbar, einfach himmlisch. Verbunden wurde alles durch die ebenso berührende Musik von Jan Willenbacher und Ruben Jonathan Kröber.
Wann geht für dich der Himmel auf? Diese Frage brachte eine lebendige Unruhe in das bis dahin eher lauschige Wohnzimmer auf Zeit. Die Gäste tauschten ihre persönlichen „Himmel-auf-Momente“ aus und machten einige davon öffentlich: Kinderlachen, das Lächeln eines Fremden, verschlafen den Sonnenaufgang bestaunen, Musik in einer Kirche hören oder einfach nur Stühle zu holen, weil mehr Gäste als erwartet kamen. „Wann geht für dich der Himmel auf?“, die Frage, die in vielen nachklang, ob auf dem Heimweg oder in den Gesprächen im langsam dunkler werdenden Garten der Reformierten Domgemeinde.