1. Pilgertour: Superintendentin startet Entdeckungstour durch den Kirchenkreis
Bei strahlendem Sonnenschein erkundete Superintendentin Dr. Ute Niethammer am vergangenen Wochenende verschiedene Einrichtungen und Gemeinden des Kirchenkreises. Die Stationen reichten von den Franckeschen Stiftungen über das Bauwagen-Projekt auf der Silberhöhe und den Kindersamstag in Beesen bis hin zu den Gemeinden Gesundbrunnen, Luther und Johannes – ein Programm, das sowohl inhaltlich als auch konditionell forderte.
Einblicke in die Franckeschen Stiftungen
Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Franckeschen Stiftungen. Sven Hanson, Leiter des Canstein Bibelzentrums, und Stiftungsdirektorin Dr. Marianne Schröter führten die Superintendentin durch die historischen Anlagen und gaben spannende Einblicke in die Entwicklung und das pädagogische Profil der traditionsreichen Einrichtung.
Begegnungen im Quartier: Das Bauwagen-Projekt „Man sieht sich“
Weg von den Einrichtungen im, hin zu Gemeinden des Kirchenkreises: am zweiten Tag führte die Pilgertour in den Pfarrbereich Süd zum gemeinsamen Projekt von Stadtmission und Kirchengemeinde: „Man sieht sich“.
Der Bauwagen auf der Silberhöhe ist ein wichtiger Ort für Begegnung, Spiel und Austausch. Regelmäßig kommen 35 bis 50 Kinder und Jugendliche – in den letzten Tagen, als andere Träger wegen gesperrter Finanzmittel schließen mussten, sogar deutlich mehr. Für das Team eine enorme Herausforderung.
Sorgenvoll blickt Elisabeth vom Projektteam daher auch auf den Fortbestand des Bauwagens im Lichte der aktuellen Haushaltslage. „Das ist sehr bedauerlich. Hier wird viel Ehrenamt gezeigt“, dass dann fehlen würde. In den Gesprächen wird schnell deutlich, wie eng soziale Angebote, demokratische Teilhabe und das Lebensgefühl im Quartier miteinander verbunden sind. Schnell spannt sich so der Bogen von mangelnden Angeboten für Jugendliche bis zur Schließung des „Südstadt-Centers“. Das Gefühl des Abgehängtseins trage mit dazu bei, hört man die Runde sagen, dass sich Menschen von demokratischen Werten abwenden. „Das, was hier am Bauwagen passiert, ist demokratiefördernd. Wer sich unwohl fühlt ist offen für alles.“ Daher wäre die weitere Förderung der halben Personalstelle wichtig, um den Rahmen aufrecht zuerhalten. „Wir sind gekommen um zu bleiben“, sagt Diakonin Michaela Herrmann kämpferisch.
Kindersamstag in Beesen: Gemeinschaft, Gespräche und Zukunftsfragen
Nur wenige Minuten weiter erwartete die Superintendentin ein ganz anderes Bild:
Im ehemaligen Fischerdorf Beesen duftete es beim Kindersamstag nach Popcorn und Pizza – eine willkommene Pause und zugleich Gelegenheit für Gespräche.
Mitglieder der Gemeindekirchenräte aus Beesen und Holleben berichteten von aktuellen Themen, Ideen und Herausforderungen. Ein Schwerpunkt war die Beuchlitzer Kirche, die derzeit von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde genutzt wird und dringend eine Dachsanierung benötigt.
Gesundbrunnen: Neues Gemeinde- und Familienzentrum
Die Saale entlang über den Wörmlitzer Friedhof führt der Weg weiter in das frisch eingeweihte Gemeinde- und Familienzentrum „Am Gesundbrunnen“. Viel Zeit, die am Wegesrand liegenden Kirchen St. Petrus und Böllberg wahrzunehmen bleibt bei dem eng gestrickten Zeitplan allerdings nicht. Gut, dass im Gemeindezentrum nach zügigem Tempo wieder etwas Raum zum Auftanken bleibt: Gefüllt mit Infos zu Gemeindegeschichte durch Andreas Bohous und Führung durch die frisch renovierten Gemeinde- und KiTa-Räume durch die ordinierte Gemeindepädagogin Gunda Ortmann.
Luthergemeinde: Auf der Suche nach neuen Perspektiven
KiTa-Räume standen auch in der nur einen Hundespaziergang weiter entfernten Luthergemeinde im Mittelpunkt des Austausches. In zwei- und vierbeiniger Gesellschaft nahm die Superintendentin nicht nur Kirche, sondern auch die Räume der ehemaligen Luther-Kindertagesstätte in Augenschein. Pfarrer Olaf Wisch berichtete von der aktuellen Suche nach künftigen Nutzungsmöglichkeiten und Perspektiven für das Gemeindehaus.
Aber auch in der Luthergemeinde drängt die Zeit und lässt gerade noch einen Blick auf die vier verwitterten Figuren der Evangelisten zu. Durch Umwelteinflüsse stark geschädigt, wurden sie 1984 entfernt und fristen aktuell ein liegendes Dasein auf der benachbarten Pfarrwiese.
Abschluss in der Johannesgemeinde
Letzte Station der Tour war der Paul-Gerhardt-Saal der Johannesgemeinde.
Dort erwarteten Gemeindeglieder die Pilgergruppe mit einem kleinen Imbiss. Viele nutzten die Gelegenheit, persönlich mit der Superintendentin ins Gespräch zu kommen – ein Zeichen für das große Interesse an Austausch und Begegnung.