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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort zum Tag, 3.03.2021

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Da hast du gesehen, dass dich der Herr, dein Gott getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr gewandert seid, bis ihr an diesen Ort kamt.   5. Mose 1,31

Obwohl sie die kleine, jetzt folgende Geschichte bestimmt schon einmal gehört oder gelesen haben, möchte ich sie Ihnen aufschreiben. Nicht nur, weil sie tief bewegt und anrührend ist. Auch, weil ich Ihnen zum Schluss sagen möchte, warum ich sie gern anders erzählen würde.

Ein alter sterbender Mensch betrachtet rückblickend sein Leben. Wie Fußspuren im Sand sieht er seine Schritte durch sein langes Leben führen, sieht sich einmal große, einmal kleine Schritte machen, einmal geradeaus, einmal in Schleifen oder im Kreis gehen, er sieht sich manchmal stehen bleiben, ein Stück zurück gehen, dann wieder zielstrebig voranschreiten. Doch wie und wohin auch immer seine Schritte ihn führen, fast immer entdeckte er  neben sich eine zweite Spur – die Gottes, der ihn immer begleitete. Doch an manchen Stellen sah er nur eine Spur, und er fragte Gott vorwurfsvoll: “ Wo warst du da, mein Gott? Zu der Zeit ging es mir besonders schlecht, ich wusste nicht ein noch aus und hätte dich gebraucht!“ - „Auf diesen Wegen“ antwortete Gott, „habe ich dich getragen.“                       (unbekannter Verfasser)

Je älter ich werde, desto öfter kommt der Zeitpunkt, zurück zu schauen und Bilanz zu ziehen. So auch bei dem alten Mann in unserer Geschichte. Es kommt die Frage nach dem Sinn, nach dem Wert meines Lebens. Wie habe ich meine Zeit genutzt? Habe ich in meinem Leben wirklich das gelebt, was mir möglich war, oder doch mehr das, was andere von mir erwartet haben? Habe ich erkannt, wer ich wirklich bin?  Wen habe ich geliebt und wen gehasst? Was hat mich getragen und wo habe ich mich tragen lassen? Es wäre schön, wenn ich in dieser Bilanz meines Lebens erkenne, dass der wirkliche Wert meines Menschseins darin bestand, mich von Gott hier in diesem Leben getragen zu wissen.  Und da tut mir der alte Mann in der Geschichte leid. Diese Erkenntnis darf nicht am Ende unseres Lebens stehen. Sie gehört mitten ins Leben, vom Kindesalter, über die Jahre des Schaffens bis zum Ruhestand.

Mit moderner Sprache würde man vielleicht sagen: Gott will immer „online“ sein. Und als „Administrator“ hat er uns Menschen, wie Jesus, an die Seite gestellt.                                                                                                                                                                  Damit wir dieses Getragensein zu jeder Zeit, in jeder Lebenslage erfahren können, brauchen wir Jesus als Vermittler. Seine Bilder und Gleichnisse vom Reich Gottes zeigen uns, wie es sein kann und sein wird. Diese Nähe beginnt nicht erst im Jenseits, oder kurz davor. Gott ist mir jeden Tag nah. Er ist bei mir. Ich muss nur nach dem Menschensohn Ausschau halten. Gott will sich erkennen lassen und der Mensch hat die Gabe, sich als Mensch vor Gott zu erkennen. Jesu will uns dabei zeigen, wie und woran wir Gott erkennen können. Zu allen Zeiten, auch heute - und bitte nicht erst am Lebensende.

Gebet:

Allgegenwärtiger Gott, lasse mich nicht achtlos durch dieses Leben gehen. Mein Fußabdruck im Sand soll ökologisch, menschlich, liebevoll und barmherzig sein. Schenke mir den Glauben, dass ich in jeder meiner Spuren, die ich hinterlasse und zu jeder Zeit, auch deinen Fußabdruck erkenne.

Lied: (EG 209) „Ich möchte, dass einer mit mir geht,…“

Beginn einer neuen Geschichte:

Sie waren beide in einer Krise. Es war schon spät am Abend und sie wussten nicht, wie es weitergehen sollte. Ratlos, ausweglos. Dann gingen sie doch noch zu dem guten Freund. Sie wussten, dass sie bei ihm auch noch nach Mitternacht klingeln können. Sie haben die ganze Nacht miteinander geredet, gestritten und vielleicht auch gebetet. Als es Morgen wurde, gingen sie auseinander. Viel leichter war ihnen nicht ums Herz. Sie wussten aber, dass es zumindest schon einen gibt, der ihre schwierige Entscheidung mittragen wird.

Liebe Grüße, Horst Bartsch (Heilandsgemeinde)

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