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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Veröffentlichungen der Gemeinden

Wort für Montag, 29. März 2021

Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er. (Lukas 23,46)

 

Die Karwoche beginnt und mit ihr in besonderer Weise die Möglichkeit, das Leiden des Jesus von Nazareth zu bedenken, ja, auch nachzuempfinden. Ein Mensch stirbt. Jesus, ein Mensch, wird hingerichtet – als Rebell. In vieler Weise wurde und wird dieser Weg zum Kreuz, dieser Tod gedeutet. Schon in der Bibel und dann auch in der Zeit danach. Vom Tragen unserer Schuld – bis hin zum Widerspruch in der Neuzeit: darum ginge es nicht.

Bei aller Deutung ist es wichtig, zunächst zu sehen, was da geschieht. Ein Mensch stirbt. Ja, zu Unrecht wurde er verurteilt. Er ist relativ jung. In seinem Wirken der letzten drei Jahre ist er vielen Menschen begegnet, die ihn hören, sehen, Anteil haben wollten. Er wendet sich zu und grenzt sich ab. Offensichtlich ist Jesus ein Mensch, der darum weiß, dass der Weg, den er geht, im Dunkel enden wird. In verschiedener Weise behauptet er seine Gottessohnschaft und verleugnet nicht seine Sendung: „Ich bin das Licht der Welt. Ich bin die Auferstehung und das Leben.“, so sagt es der johanneische Christus. Ganz so deutlich wird das in den anderen Evangelien nicht.

Das, was Jesus im Lukasevangelium sagt, sind die Worte eines Menschen, der Angst hat: Angst vor der Grenze, die er Tod bedeutet. Es war wohl so, dass er kurz vor Ende seines Weges haderte: Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen. Aber nicht will ich, sondern wie du willst, geschehe es – seine Worte im Garten Gethsemane deuten darauf hin, dass er Angst hat. So wie die meisten Menschen Angst haben vor dem Tod, dieser Grenze – zumindest, wenn sie ihm im vollen Bewusstsein in die Augen schauen müssen. Er stirbt den Tod, den wir alle sterben müssen, den alle vor uns auch gestorben sind.

Unser Leben, unsere Angst vor dem Tod, unseren letzten Weg – oder den unserer Angehörigen – können wir hier eintragen. Dass wir das können, dass wir überhaupt von Jesus wissen, hat allerdings einen Grund: es ist Gott, der ihn auferweckt. Wäre dies nicht geschehen, wäre er nicht als der Auferstandene seinen Freundinnen und Freunden begegnet, wir wüssten nichts davon, dass da einer unschuldig hingerichtet wurde. Diesen Weg, den der Menschensohn gegangen ist, sind seither viele in seiner Nachfolge gegangen: Menschen, die zu Unrecht hingerichtet, getötet wurden, Menschen, die ihr Leben ließen, weil sie an die Liebe geglaubt haben. Auch sie haben Zeugnis gegeben vom Glauben daran, dass das Leben letztendlich stärker ist als der Tod.

Bei allem, was in der kommenden Karwoche auf uns zukommt, bei allem Suchen, Nachspüren, dürfen wir bekennen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ (Hiob 19,25). Auch ich, auch wir werden leben, denn es wird uns ein neues, unvergängliches Leben geschenkt. Amen.

 

Lied: EG 98/ GL 845 Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

 

Gebet:

Lass es doch manchmal,

für einen Augenblick, sein,

als ob wir gehen auf Flügeln –

so wie Menschen gehen

auf dem Weg zu einem Neubeginn.

 

Dass wir sehen, noch Zeit unseres Lebens,

einen Schimmer, einen Funken

deines Reiches, deines Friedens:

Menschen in Frieden.

 

Dass wir doch manchmal,

für einen Augenblick wissen,

so sicher, wie es uns gibt,

dass dauern wird deine Treue,

und wer du sein wirst, einst,

in einem neuen Himmel,

auf einer neuen Erde,

wenn der Tod getötet ist:

Gott in Menschen.

 

Jetzt noch hat niemand

dich je gesehen.

Aber du wirst Gott sein,

neu und auf immer,

alles in allen.

 

Huub Oosterhuis

 

Eine gesegnete Karwoche und ein lichtes Osterfest wünscht Ihnen

Martin Schmelzer, Pfarrer (Halle-Trotha)

Pressefoto Kirche St Briccius Trotha

Pressefoto Kirche St Briccius Trotha

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