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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag, Sonnabend, 27. März 2021

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„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.“ (Psalm 22)

„Ich hab‘ keinen Grund zu klagen“, sagt die Erzieherin morgens beim Schwatz im Kindergarten.

„Ich will nicht jammern“, sagt meine Freundin nachmittags beim Spaziergang.

„Es geht schon“, sagt mein Mann abends nach der Arbeit.

Spüren Sie etwas? In all diesen Aussagen schwingt ein „Aber“ mit, meistens ganz leise, aber doch unüberhörbar. Wir wollen nicht klagen. Eigentlich geht es uns doch gut; selbst in mitten dieser Pandemie. Andere haben es viel schwerer!

Und dennoch. Dennoch beginne ich das abendliche Gebet meistens mit einer Klage: Lieber Gott, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Ich bin so erschöpft von all den Nachrichten. Ich bin müde vor Sorge. Und immer wieder mischt sich Ärger darunter: Jens Spahn müsste doch…, Angela Merkel sollte mal…, warum hat Franziska Giffey nicht…

In Leipzig haben evangelische und katholische Gemeinden in der Passionszeit ihre Kirchen geöffnet, um der Klage Raum zu geben. Egal, ob die Krankenschwester von ihren Diensten und der Ansteckungsgefahr berichtete oder die Familie, die parallel arbeitet und zwei Kinder beschult. Alles hatte Platz, alles hatte Berechtigung. „In dem Moment, wo man das Leiden und Schwere miteinander trägt, hat sich das auch schon etwas verwandelt“, sagt eine Pfarrerin.

Unsere Klagen sind bei Gott gut aufgehoben, selbst wenn wir uns gottverlassen und mutterseelenallein fühlen. Wir können ihm alles Dunkle und Schwere anvertrauen. Wir sind damit nicht allein; das beweisen uns die Psalmen. Wo uns die Worte fehlen, finden wir sie in den Gebeten, die vor Jahrtausenden formuliert wurden. Wo wir uns in unserer Not wiedererkennen in jenen Texten, die schon Generationen vor uns gesprochen haben, da überwinden wir eine Einsamkeit, die stumm macht. Wir entdecken eine Gemeinschaft über alle Abstandsregeln hinweg, und vielleicht spüren wir sogar, dass Einer mit uns geht, Einer, der unsere Last mit uns trägt.

 

 

Lied: Da wohnt ein Sehnen tief in uns („Durch Hohes und Tiefes“ 112

 

Gebet

Wir fühlen uns allein und verlassen, beladen und niedergeschlagen. Aber für dich, Gott, ist nichts zu schwer und nichts Menschliches ist dir fremd. Starker Gott, du erträgst uns und unsere Klagen. Mehr noch: du trägst uns hindurch. Danke.

 

Und nun?

In welchem (Klage-)Psalm finden Sie sich wieder? Welches Gebet berührt ihr Herz?

 

Frohe Grüße,

Ihre Katja Schmidtke (Paulusgemeinde)

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