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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag, Freitag, 12. März 2021

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Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. (1. Korinther 13, 4-7)

Was für schöne, kitschige, radikale Zeilen der Apostel Paulus hier an die Gemeinde in Korinth schreibt! Ein ganzes Kapitel über die Liebe in einem Brief, der die Streitigkeiten in einer frühen christlichen Gemeinde thematisieren und schlichten soll. Ohne die Liebe geht es nicht, selbst im Zwist, das steht fest – auch in den ersten Jahrzehnten nach Christi Tod, auf die die Paulusbriefe datiert sind.

Heute hören wir diese Zeilen oft auf kirchlichen Hochzeiten; auch mein Mann und ich haben sie als Trauspruch ausgewählt. Kitschig? Irgendwie schon. Aber wenn man erstmal die rosa Wolken beiseiteschiebt, offenbart sich die große Radikalität der Liebe.

Liebe ist kein Gefühl, das kommt und bleibt – wenn man Glück hat. Oder das geht, wenn man eben zu den weniger Glücklichen zählt. Liebe ist mehr als emotionale Sympathie. Vielmehr steht hinter der Liebe eine Haltung zum Leben, zu den Menschen und mir selbst. Je mehr ich darüber nachdenke, desto überzeugter bin ich, dass wir das Wort Liebe eigentlich nicht als Substantiv verwenden sollten. Vielmehr ist Liebe ein Verb, ein Tätigkeitswort. Jesu Leben zeigt uns, was damit gemeint ist. Helfen, füreinander einstehen, einander zuhören, aufeinander achten, dem anderen dienen – das sind Synonyme für lieben.

Zu lieben fordert uns viel ab. Zum Beispiel: Sachlich bleiben in hitzigen Debatten; sich nicht in der Gerüchteküche herumtreiben oder sie zum Brodeln bringen; Freundlichkeit auch Menschen gegenüber, die ich vielleicht als unsympathisch empfinde; hinsehen, auch wenn es bequemer ist sich wegzudrehen; das Gute zu sehen; zu verzeihen.

Wer so lebt und liebt, der tut dies ohne Eifer, ohne Mutwillen, ohne Verbitterung und ohne Kitsch. Wir schieben die rosa Wolken beiseite und erkennen dank der Liebe die Welt, wie Gott sie gemeint hat.

Lied Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein (EG 41)

Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein, senke sie in unser Wesen tief hinein. Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden! Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden!

Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein, dieser größten Gabe ist kein Dienst zu klein. Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden! Herr, lass alles, alles hier auf Erden Liebe, Liebe werden!

Gebet

Gott, Du liebst uns wie wir sind, mit unseren Sonnen- und Schattenseiten. Du kennst unsere Fehler, die Hartherzigkeit, die Kleingeistigkeit, unsere Angst und unsere Schuld – und Du nimmst uns an. Trotzdem. Deswegen. Hilf mir, Deinem Weg zu folgen, bedingungslos zu lieben, liebend zu handeln, dem Leben zu dienen. Amen.

Und nun?

Erweisen Sie einem Menschen einen Liebesdienst. Das muss kein Geld kosten. Ihre Zuwendung ist Investition genug.

Frohe Grüße,

Ihre Katja Schmidtke (Paulusgemeinde)

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