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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag, 24.03.2021

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Liebe Leserinnen und Leser, nun schreibe ich die wahrscheinlich letzte „Wortbetrachtung“ in dieser Reihe und lande beim Suchen nach einem geeigneten Bibelwort tatsächlich wieder im Brief des Paulus an die Römer, wie beim ersten Mal vor einigen Wochen.

Und ebenso ist es nun auch wieder ein Wort, das mir schon früh in meinem Leben begegnet ist:

 Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. (Röm. 12/15)

 Ich seh mich noch in der großen Marktkirche sitzen, im Altarraum, gemeinsam mit allen anderen Konfirmanden, im schwarzen Kleid. (Fast alle Mädchen trugen ein schwarzes Kleid.)

Eine Woche zuvor fand hier der Prüfungsgottesdienst statt.

Vor der ganzen Gemeinde wurde unser Wissen geprüft, nicht nur auswendig Gelerntes, sondern auch individuelle Antworten waren gefragt. Das war ziemlich aufregend, irgendwie auch wie beim Eiskunstlaufen, „die Pflicht“ eben. Die Kür war nun die Konfirmation selber.

Anders als heute meist üblich suchte man sich den Konfirmationsspruch nicht selbst aus, der Pfarrer tat es. Wie gut er uns wohl kannte und nach welchen Kriterien er die Sprüche aussuchte?

Ich glaube nicht, dass ich damals so lange darüber nachgedacht habe, aber im Laufe des Lebens hat sich das oben stehende Bibelwort, welches eben mein Spruch wurde, mit Leben gefüllt.

 

Wie vielen Menschen bin ich begegnet, hatte und habe noch immer ein vertrautes Verhältnis zu ihnen;  in der Familie, im Freundeskreis, in den Gemeinden. Aber auch mit weiter entfernten Menschen habe ich fröhliche und traurige Stunden geteilt; in den Häusern, in denen wir wohnten, auf der Arbeitsstelle, im Kindergarten unserer Kinder, in deren Schulen, im Krankenhaus, in den Arztpraxen..., überall Menschen, überall Lebensgeschichten.  Manchmal waren es auch nur Momente, Augenblicke mit einer kurzen Umarmung, ein Trost oder ein fröhlicher Überschwang.

Sie kennen das alle.

Unser heutiges Bibelwort fordert uns geradezu auf, Nähe zuzulassen, Empfindungen zu teilen, einige Schritte mit dem Nächsten zu gehen. Und dazu braucht es nicht unbedingt die Präsenzpflicht (obwohl ich mich auch danach sehne).

Sicher, es ist  nicht immer leicht, sich neben den Herausforderungen des eigenen Lebens auch noch für die Situation anderer zu öffnen, ganz ehrlich und aus vollem Herzen.

Aber ich glaube, es fließen uns göttliche Kräfte zu, wenn wir es dennoch tun.

 

Ich bin mit meinem Konfirmationsspruch sehr zufrieden, hier spricht ein Menschenfreund.

Und ich bin sehr dankbar, dass liebe Menschen auch mein Lachen und mein Weinen teilen.

 

Gebet

Treuer Gott, du bist ein Gott der Beziehung und du willst auch uns helfen, miteinander im Leben unterwegs zu sein. Freude zu teilen ist nicht so schwer, aber auch in den dunklen Tagen und Stunden wollen wir füreinander da sein. Schenke uns dafür, was wir brauchen.

 

Lied: EG Nr. 170/ GL 451, 1-4 Komm, Herr, segne uns

 

Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

 

Keiner kann allein Segen sich bewahren, weil du reichlich gibst müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeih‘n, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeih‘n.

 

Wissen Sie noch Ihren Konfirmationsspruch?

 
Es grüßt Sie herzlich Barbara Schatz aus der Paulusgemeinde

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