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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag: 18. Februar 2021

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Gestern ist als Rauch entschwunden und zu Asche verbrannt, was vorgestern noch ganz wichtig war. Aber heute wird noch kein Phönix aus der Asche steigen. Die Asche-Zeit dauert an. Im Kirchenjahr ist sie berechenbar und ist zuverlässig am Ostersonntag zu Ende. Aber von der Pandemie-Aschezeit  kann das niemand genau vorhersagen. Das macht es schwer, damit zu leben.

 

Wort für den Tag:

Viele werfen es den politischen Entscheidungsträgern vor: „Gebt uns endlich einen Zeitplan! Oder wenigstens einen nachvollziehbaren Stufenplan, nach dem Eintreten welcher Bedingungen jeweils welche Öffnungen möglich sein werden!“ Aber die Politik kann nicht beantworten, was ihre Akteure selber nicht wissen. Viele denken über die katastrophalen Folgen nach für die zahlreichen kleinen Unternehmen und Geschäfte, für das geistige und seelische Wachstum der Kinder, für die seelische Gesundheit der schon zuvor Angegriffenen und Verletzlichen. Viele denken an die Erkrankten und die Sterbenden und ihre Familien. Es gibt niemanden, der sagen kann, wann diese Zeit zu Ende ist. Wann werden wir die Asche abwaschen, den Staub von uns schütteln, das Leben aus allen Poren und Ritzen hervorbrechen sehen wie zu einer allgemeinen Auferstehung? Niemand kennt den Tag. Das biblische Wort für heute (Losung und Lehrtext) richtet den Blick auf die Gegenwart:

Abraham sagt: „Herr, wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen,

dann geh doch nicht vorüber an deinem Knecht!“ (1. Mose 18, 3) /

Jesus sagt zu Zachäus: „Heute muss ich in deinem Haus bleiben!“ (Luk. 19, 5)

Gott kommt zu Besuch. Er tut, als ginge er vorüber, Abraham muss ihn ansprechen und einladen. Niemand kann Gott und seine Engel sehen. Abraham sieht sie kommen als drei Personen. Niemand hat Gott jemals zu essen gegeben. Abraham bewirtet die Drei. Er tut das so selbstverständlich, als käme ein weitgereister Verwandter vorbei. Er wird noch am selben Tag erfahren, dass Gott neues Leben schenkt: Er wird das Unmögliche geschehen lassen, dass Sara und Abraham ein Kind bekommen. Ebenfalls wird er erfahren, dass Gott Schreckliches geschehen lässt: Die Städte Sodom und Gomorrha werden in einem furchtbaren Erdbeben untergehen. Abraham kann das Wunder nicht fassen und muss darüber lachen, wie auch Sara lacht. Die Vernichtung aber will er abwenden, er verhandelt darüber und ist nachsichtiger und geduldiger und vergebungsbereiter als Gott selbst, aber er hat keinen Erfolg. Doch Abraham wird zum Segen für viele werden, und bleiben bis zum heutigen Tag: Juden, Christen und Muslime sind mit ihm gesegnet. Und niemand kann wissen, wie viele darüber hinaus auch mit ihm gesegnet sind. Wir Gesegneten behalten die Aufgabe, mit Gott zu verhandeln: Darüber, dass heute das Leben gut ist. Darüber, dass heute Gott tröstet und am Leben erhält und neues Leben schenkt.

„Heute“ sagt Jesus zu Zachäus. Nichts muss verschoben werden auf das Ende der Asche-Zeit. Das Leben findet jetzt statt, nicht erst morgen. Jesus sitzt mit am Tisch und macht aus der Alltagsmahlzeit ein kleines Fest. Er schreibt mit an einem tröstlichen Brief. Er spricht und hört mit bei dem lange verschobenen Telefongespräch, das heute stattfindet.

Wie viel mutiger werde ich nun mit Gott verhandeln! Mit ganzer Ehrlichkeit will ich Ihm sagen, was ich nicht hinnehmen kann. Auch das will ich Ihm sagen, was mich an mir selber zweifeln lässt. Und mit ganzer Energie will ich Ihn um das Leben für heute bitten. Um den Trost für heute. Ja, auch um die Freude für heute.

 

Lied: „Der Tag ist seiner Höhe nah“, EG 457, Str. 11+12:

Die Hände, die zum Beten ruhn, die macht er stark zur Tat.

Und was der Beter Hände tun, geschieht nach seinem Rat.

Der Tag ist seiner Höhe nah. Nun stärke Seel und Leib,

dass, was an Segen er ersah, dir hier und dort verbleib.

 

Gebet:           

Du siehst meine Ungeduld und meine Unruhe. Du hörst meine Beschwerden. Nimm Dich der Menschen an, für die ich Dich heute bitte: … Und nimm Dich meines unruhigen Herzens an. Heute will ich vor Dir leben.

Amen.

 

Ihnen allen einen gesegneten Tag wünscht  Martin Herzfeld.

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