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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag, 16.02.2021 (Fastnacht)

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Eigentlich bin ich ganz anders

 

Ich komm' nur viel zu selten dazu
Du machst hier grad' mit einem Bekanntschaft
Den ich genauso wenig kenne wie du.

                                                                                               Udo Lindenberg

 

Vor so ziemlich genau einem Jahr fand in der Paulusgemeinde ein Maskenball statt. Und in der Laurentiusgemeinde hatte die Junge Gemeinde einen Gottesdienst zum Thema „Masken“ veranstaltet. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, dass schon bald die ganze Gesellschaft, ja die ganze Welt Maske trägt. Einige Masken während des Paulus-Balls waren sehr ausgefallen, richtig exotisch, andere eher filigran, die einen haben das ganze Gesicht verborgen, die andere nur die Augen. Heute trägt man nur noch weiß, eventuell grün oder hellblau, und natürlich immer über Mund und Nase.

Fastnacht ist der Tag und die Nacht, um mal so richtig aus dem Rahmen zu fallen. Es besteht die Möglichkeit, nicht nur eine Maske aufsetzen – das müssen wir ja sowie so, sollten wir heute in einen Supermarkt gehen – sondern eine Maske fallen zu lassen. Wie wäre es, wenn Sie heute mal einer Seite in sich, die Sie sonst eigentlich nicht so zeigen, mehr Raum geben. Vielleicht ist das die freche Seite in Ihnen oder die verletzliche, die verspielte oder die verwegene.

Zur Fastnacht sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Auch derbe Späße und sehr deutliche Darstellungen sind erlaubt, man kennt das ja aus den Karnevalshochburgen. Vielleicht macht es auch Ihnen einmal Spaß, für ein paar Stunden in eine extreme Rolle zu schlüpfen und auszuprobieren, wie es sich anfühlt, ein Großkotz oder eine Tranfunzel zu sein. Heute ist dazu noch einmal Gelegenheit, morgen beginnt dann mit dem Aschermittwoch ein neuer Abschnitt in unserer Kirchenjahreszeit.

Ich glaube, wir brauchen beides, dass wir in uns gehen und dass wir aus uns herausgehen, dass wir mal auf die Pauke hauen und dass wir uns zurücknehmen, dass wir genießen und dass wir verzichten. Und ich glaube auch, dass es Gott freut, wenn wir die verschiedenen Seiten in uns wahrnehmen und sie auch mal zeigen, die lauten und die leisen, die anständigen und die schrägen, die traurigen und die fröhlichen. Im Psalm 139 steht geschrieben:

Herr, du erforschest mich und kennest mich.

Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

 

Lied: HuT 113 (Kanon)

Du verwandelst meine Trauer in Freude. Du verwandelst meine Ängste in Mut.
Du verwandelst meine Sorgen in Zuversicht. Guter Gott! Du verwandelst mich.

Gebet

Mein Gott, du kennst mich. Du weißt, was mich bedrückt, was mich ängstigt, was mich glücklich und auch mutig macht. Lass mich sein, die ich bin. Lass mich erkennen, was in mir ist, das Starke, das Gute, aber auch das, was ich lieber nicht sehen will. Und schenke mir Barmherzigkeit, mit mir selbst und mit anderen. Sei bei mir auf allen meinen Wegen. Amen.

 

Tipp für den Tag:

Seien Sie mal ganz anders. Lernen Sie den kennen, der auch in Ihnen steckt.

Viel Freude dabei wünscht Ihnen Gundula Eichert (Pfarrerin in der Laurentiusgemeinde)

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