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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für den Tag: 11. Februar 2021

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Heute ist Welttag der Kranken. Ein Tag, dem ich früher wenig Beachtung geschenkt habe. In diesem Jahr ist es anders. Ich denke an die vielen, die erkrankt sind; an die Pflegenden, die sich um sie mühen, aber auch an all jene, die um einen lieben Menschen bangen oder gar verloren haben.

18 Dann sprach Gott, der HERR: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm ebenbürtig ist. (Gen 2,18f)

In der Lesung hören die Christen der römisch-katholischen Tradition heute die Erzählung von der Erschaffung des Menschen. Sie ist kein naturwissenschaftlicher Ex­kurs, sondern eine Deute-Erzählung. Sie will helfen, das Leben besser zu verstehen.

Im zweiten Schöpfungsbericht, aus dem der Vers entnommen ist, geht es um das Miteinander. Der Mensch ist keine Monade. Er ist bei aller Individualität auf andere angewiesen. Er braucht das Gegen­über, um sich selbst zu verstehen und um – wenigstens anfanghaft – Erfüllung hier und jetzt zu finden. Der Mensch allein: Das ist nicht gut.

Deshalb gehen meine Gedanken heute an alle, die sich in ihrer Krankheit alleingelassen fühlen. An die vielen, die keinen Besuch empfangen dürfen, aber auch an jene, die niemanden haben, der kommen würde. Isolation nimmt dem Menschen, was er zum Menschsein braucht: die Hilfe, die ihm ebenbürtig ist.

So sehr wie wir Freiheit und Autonomie einfordern, so sehr sehnen wir uns nach Ge­borgenheit, nach einem Du, das uns umfängt, das uns trägt. Doch Vorsicht: kein menschliches Du kann all meine Sehnsucht stillen und kein noch so liebevolles Gegenüber kann all meine Wünsche erfüllen. In uns liegt ein Sehnen, das uns unendlich übersteigt, denn als Gottes Geschöpfe tragen wir den Keim der Ewigkeit immer schon in uns. Gottes unfassbare Wirklichkeit trägt uns. In sie hinein lege ich alle, die ich in dieser Welt loslassen muss.

Unsere Aufgabe ist es, unsere Lieben nicht allein zu lassen. Zusage Gottes ist es, alles Leben zu umfangen und im Letzten auch aufzufangen. Er heilt, was in der Begrenztheit dieser Welt un­heilvoll ist und bleibt. Helfen wir einander, Erfahrungen dieses umfassenden Heil-Werdens zu machen. Teilen wir das Leben miteinander und trösten wir einander, denn es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.

 

Lied Gotteslob Nr. 470 (HuT 177) „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht“

4. Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt, und der Schmerz, den wir teilen zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt, in der Liebe, die alles umfängt.

 

Segensgebet

„Die Zeit ist erfüllt, sich zu wehren gegen alle Traurigkeit. Seid mit Widerstand gesegnet. Die Zeit ist erfüllt, sich zu wenden gegen alle Vereinsamung. Seid mit Gemeinschaftsgeist gesegnet. Die Zeit ist erfüllt, aufzustehen gegen alle Freudlosigkeit. Seid mit Liebe und Freude gesegnet.“

So segne uns und alle, denen wir uns verbunden fühlen, Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Impuls: Viele Menschen haben uns begleitet, haben uns zu dem werden lassen, der wir heute sind. Wem will ich dafür danken? Von wem habe ich schon länger nichts gehört? Rufen Sie ihn oder sie an oder schreiben Sie ihr oder ihm einen Brief. 

 

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Magnus Koschig, Pfarrer der Pfarrei Carl Lampert Halle

Roland Breitenbach in: Georg Schwikart (Hg.), Gesegnet sollst du sein, Herder Verlag Freiburg i.Br. 2008, 186

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