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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Veröffentlichungen der Gemeinden

Wort für den Tag, 02.02.2021

Wage zu träumen von dir und dem, was du nicht bist

Wage zu träumen von dir und dem, was du nicht hast

Wage zu träumen von dir, wie du wirklich bist

Wage zu träumen von dir

und nach dem Erwachen verwasche nicht dein traumhaft

wahres Gesicht

Margot Bickel

Als ich 17 war, bin ich in Naumburg zur Schule gegangen und habe im Internat gewohnt. Wir waren zu dritt auf einem Zimmer. Schon damals habe ich sehr gern Kaffee getrunken und mit meinen Freundinnen nachmittagelang zusammengesessen und geschwatzt. Wir haben natürlich unsere Mitschülerinnen und Lehrer beurteilt, den letzten Kinobesuch ausgewertet, viel gelacht und Pläne geschmiedet, was aus uns wohl einmal werden wird.

Heute verabreden sich Jugendliche zu einem gemeinsamen Filmabend ohne direkten Kontakt. Man sitzt jeweils im eigenen Haus und Zimmer, vor dem eigenen Bildschirm, schaut dennoch denselben Film und spricht per Handy über das Gesehene. Die Not macht erfinderisch. Ich habe aber auch von Jugendlichen gehört, die krank geworden sind, weil ihnen der direkte Kontakt zu anderen fehlt. Die Kommunikation über den Bildschirm kann menschliche Nähe eben nicht wirklich ersetzen. Doch vor allem fehlt vielen Jugendlichen eine Perspektive: Was wird aus mir? Wie geht es mit mir weiter? Sie wagen nicht zu planen, zu träumen und haben auch zu wenig Möglichkeiten, sich auszuprobieren.

Am 2. Februar feiern wir Christen den Tag der Darstellung Jesu im Tempel (Lichtmess). Maria und Josef bringen ihren Sohn in den Tempel. Dort begegnet ihnen Simeon, ein gottesfürchtiger Mann, wie Lukas es in seinem Evangelium (Lukas 2, 22-35) erzählt. Simeon sieht Jesus und sein Gesicht beginnt zu strahlen. Er spürt, er erkennt, dass Jesus einmal ein besonderer Mann werden wird, ein Heiland, einer, der den Menschen viel Gutes tut.   

Mich berührt, wie groß dieser alte Mann von Jesus, der zu diesem Zeitpunkt noch ein kleines Kind ist, denkt, wie viel er ihm zutraut. Simeon wagt von einer Zukunft zu träumen, die Heilung, Gerechtigkeit und Frieden bringt. Mit und durch Jesus wird für Simeon diese Zukunft Wirklichkeit.

Wie wäre es, wenn auch wir wagen, von einer guten Zukunft zu träumen. Und wenn auch wir erkennen oder erahnen, wozu unsere Kinder und Jugendlichen berufen sind. Sie zu bestärken auf ihrem Weg, mit ihnen zu hoffen, das weitet auch unseren Blick. Es tut uns allen gut.

 

Lied: EG 222, 1

1) Im Frieden dein, o Herre mein, lass ziehn mich meine Straßen.
Wie mir dein Mund gegeben kund, schenkst Gnad du ohne Maßen,
hast mein Gesicht das sel'ge Licht, den Heiland schauen lassen.

Gebet

Gnädiger Gott, schenke mir ein offenes Herz und einen wachen Blick, damit ich erkenne, wie viel Großes, Mutiges, Hoffnungsvolles in meinen Mitmenschen steckt. Lass mich erkennen, wo ich gebraucht werde zu trösten, zu bestärken, zu träumen. Sei mit deiner Kraft in meiner Kraft, mit deiner Liebe in meiner Liebe. Amen

 

Tipp für den Tag:

Unterhalten Sie sich mal ganz in Ruhe mit einem Jugendlichen, einer Jugendlichen über die Zukunft, wenn nicht anders möglich auch per Zoom oder Skype.

 

Einen traumhaften Tag wünscht Ihnen Gundula Eichert (Pfarrerin in der Laurentiusgemeinde)

Pressefoto Kirche St Laurentius

Pressefoto Kirche St Laurentius

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