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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Veröffentlichungen der Gemeinden

Wort für den 18.03.2021

fragte ein frosch / wir verstünden ihn nicht / sänge der fels / wir hörten ihn nicht / weissagte der farn / wir achtetens nicht / du aber / (…) / du vernimmst

Kurt Marti

 

Beim Vorbereiten des heutigen Wortes zum Tag bin ich über diese Zeilen des Schweizer Theologen und Poeten Kurt Marti gestolpert. Er wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden und ist in seinem Schreiben, Reden und Tun ein Vordenker geworden für den Schutz der Schöpfung.

Das obige Gedicht scheint aktueller denn je und wir könnten es ergänzen:

ächzte das Meer / es berührte uns nicht / stürben die bäume / wir sähen es nicht / verendete das letzte zwergsumpfhuhn / wir wüssten es nicht / du aber … du vernimmst.

Ich möchte Sie als Leserin oder Leser keinesfalls mit apokalyptischen Meldungen ärgern. Aber ich möchte auch nicht so tun, als ob alles gut wäre, wenn wir nur recht freundlich in die Welt schauten und weiter das täten, was bequem und gemütlich ist. So ist es leider nicht.

Morgen gehen unsere Kinder und Jugendlichen mal wieder auf die Straße, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Knapp drei Jahre, nachdem die Initiatorin Greta Thunberg die Schulstreiks als Möglichkeit für junge Menschen entdeckt hat, auf drängende Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Und wir alle ahnen vielleicht, dass sie Recht haben. Nichtsdestotrotz werden sie als Schulschwänzer beschimpft und für ihr Engagement zum Teil belächelt. Aber sorgen sie sich nicht um unser aller Zukunft? Ist es wirklich so ein Amüsement, das zu tun? Müssen sie dabei nicht ankämpfen gegen Ohnmachts- und Vergeblichkeitsgefühle, wenn sie erleben, wie wenige ihrer Forderungen umgesetzt werden? Ich bin so dankbar für diese jungen Leute, die nicht aufgeben. Sie können das gern Ihren Söhnen, Töchtern, Enkelinnen oder Enkeln einmal ausrichten.

Und ich möchte uns ermuntern: Lassen wir sie nicht alleine! Wir sind doch genauso betroffen von den Auswirkungen menschlichen Handelns auf unsere Erde und merken, dass ein Umdenken immer drängender wird. Lassen wir die Heranwachsenden nicht im Stich. Denken wir mit, beten wir für sie, begleiten wir sie mit dem, was uns zu Gebote steht. Vielleicht können oder wollen wir nicht alle auf die Straße gehen. Nicht jedem liegt diese Form, etwas sichtbar zu machen. Aber uns einfühlen in die Situation der Schöpfung um uns – das ist uns allen möglich. Vernehmen, was Tier und Pflanze, Meer und Erde uns sagen wollen. Und das Vernehmen nicht nur Gott überlassen. Und dann unsere eigenen Bequemlichkeiten überprüfen und schauen, was wir wirklich brauchen.

 

Lied (Ev. Gesangbuch, 432)

Gott gab uns Ohren, damit wir hören.

Er gab uns Worte, dass wir verstehn.

Gott will nicht diese Erde zerstören.

Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

 

Gott gab uns Hände, damit wir handeln.

Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben gehn.

 

Gebet von Kurt Marti:

deine wehrlosigkeit / deine erstickbarkeit / o gott des lebendigen atems

warum ach hast du / dich selbst und alles was lebt / auf atmen aufgebaut?

eine welt aus hauch nur - / wie leicht / haucht sie aus

 

Tipp für den Tag

Morgen ist in Halle um 13 Uhr eine coronagerechte Menschenkette als Klimastreik geplant. Sie ist offen für alle, die sich um die Zukunft dieser Erde Gedanken machen. Start ist zeitgleich an der Oper, am Leipziger Turm und auf dem Marktplatz. Und es gibt diesen Klimastreik auch im Internet. Wenn Sie das auch bedeutsam finden, informieren Sie sich doch gern ein bisschen.

 

Es grüßt Sie Dorothee Fuchs aus der Paulusgemeinde

Illumination Pauluskirche

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