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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Wort für Aschermittwoch, 17.02.2021

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Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott!

Joel 2,13

 

Wort zum Tag

Ein starkes Wort des Propheten Joel und einer der Texte für den heutigen Aschermittwoch. Joel berührt mich mit diesem kraftvollen Bild des Zerreißens, und doch mutet es mir auch fremd an. Wir gebrauchen das Sprachbild ja tatsächlich im Sinne von „sich für etwas zerreißen“ - also wenn jemand alles für einen Menschen oder eine Sache gibt.

Zu biblischen Zeiten war das Zerreißen der Kleider ein Zeichen von Trauer, Demut und Buße. Jakob zerreißt voller Schmerz seine Kleider im Angesicht von Josefs blutigem Ärmelrock, den die heimkehrenden Brüder ihrem Vater präsentieren. Bei Josua, dem Nachfolger von Mose, ist es eher die Angst vor den Feinden Israels, die ihn mit zerrissenen Kleidern demütig in den Staub fallen lässt. Als Zeichen demonstrativer Buße findet sich die Geste bei dem Verhör Jesu vor dem Hohen Rat: Der Hohepriester zerreißt seine Kleider, nachdem Jesus auf dessen Frage, ob er der Christus und der Sohn Gottes sei, mit „Du sagst es“ antwortet.

Fremd und stark zugleich wirken die biblischen Texte auf mich. Ich spüre ihnen ab, dass es da um mehr geht als um ein Ritual: Es geht um Leben und Tod.

Besonders jetzt, zum Auftakt der Passionszeit, fordert mich diese Perspektive persönlich heraus: Wie gehe ich mit entscheidenden Fragen und einschneidenden Erfahrungen um? Weiche ich aus? Versuche ich, etwas kleinzureden? Flüchte ich mich in ritualhafte Gewohnheiten? Joel, der Prophet, macht es mir nicht leicht. Er will, dass ich mich stelle: der Not und den Notwendigkeiten meiner Zeit – ohne schnelle Ausflüchte, dafür mit ganzem Herzen. Ob mir das gelingt?

 

Gebet

Barmherziger Gott, auf der Suche nach Klarheit und Kraft in unsicherer Zeit merke ich, dass ich Geduld brauche: mit mir selbst, mit anderen, mit dir. Lenke meine Schritte in die Richtung, die du vorgibst. Dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Amen.

 

Lied „Und suchst du meine Sünde“ (EG 237/GL 274)

Und suchst du meine Sünde, flieh ich vor dir zu dir,
Ursprung, in den ich münde, du fern und nah bei mir.

 

Wie ich mich wend und drehe, geh ich von dir zu dir;

die Ferne und die Nähe sind aufgehoben hier.

 

Von dir zu dir mein Schreiten, mein Weg und meine Ruh,
Gericht und Gnad, die beiden, bist du – und immer du.

 

Tipp

Mit dem Vortrag „Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid... Von ganzen und zerrissenen Kleidern in der Bibel“ komme ich gerne per Zoom zu Ihnen in den Haus-, Gesprächs- oder Freundeskreis (→ sven.hanson@ekmd.de).

 

Ihnen eine Passionszeit mit guten Gedanken und froher Hoffnung!

 

Pfarrer Sven Hanson (Mitteldeutsches Bibelwerk)

 

 

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