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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Hausandacht zum 3. Sonntag nach Epihanias

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Wir freuen uns, dass diese Hausandacht den Weg zu Ihnen gefunden hat. Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe. Nehmen Sie sich Zeit für diesen geistlichen Impuls. Wenn Sie mögen, sprechen Sie die Gebete laut, und wenn Sie das Lied kennen, singen Sie es. Zünden Sie eine Kerze an, denn Jesus Christus, das Licht der Welt, ist bei Ihnen.

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen

Psalmgebet

HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;

denn ich bin elend und arm.

Hilf du, mein Gott, deinem Kind, das sich verlässt auf dich.

Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.

Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen

und ehre deinen Namen ewiglich.

Denn deine Güte ist groß über mir,

du hast mein Leben errettet aus der Tiefe des Todes.

Du, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig,

geduldig und von großer Güte und Treue.

Wende dich zu mir und tu ein Zeichen an mir,

dass mir's wohlgehe, weil du mir beistehst und mich tröstest.

 

(aus Psalm 86, einem Gebet in Bedrängnis)

Biblische Geschichte: Rut 1

Vor einer Hungersnot war Noomi mit ihrer Familie aus ihrer Heimatstadt Bethlehem ins Ausland, nach Moab, geflohen. Dort fand sie einen Mann und beide waren sehr glücklich, als Noomi zwei Söhne bekam.

Jahre vergehen. Die Söhne haben geheiratet. Da bricht das Unheil über die Familie herein. Noomis Mann stirbt. Und kurze Zeit später muss sie auch um ihre Söhne trauern. Sie ist nun eine mittellose Witwe.

Als sie hört, dass Gott die Hungersnot in Betlehem beendet hat, hofft sie auf die helfende Solidarität ihrer Großfamilie und bricht zur Rückkehr auf. Ihre Schwiegertöchter schickt sie zurück in deren Familien, doch Rut antwortet auf Noomis Drängen:

16 Bedränge mich nicht, dass ich dich ver-lassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.          17 Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Nur der Tod wird mich und dich scheiden. 18 Als Noomi nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. 19 So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen.

Impuls

Ausgerechnet heute. Seit Wochen fiebert Marvin auf diesen Tag hin. Ganz intensiv hat er sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Und ausgerechnet heute verstaucht er sich den Knöchel. Mit dem Fahrrad kommt er nun auf jeden Fall nicht zu seinem Termin. Wie gut, dass er seinen Freund Andy hat. Der nimmt sich kurzerhand den Nachmittag frei und fährt Marvin zu seinem Gespräch.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich finden,

sich verbinden – für eine Zeit.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich tragen

und nicht fragen, was bringt es ein.

Kaum einen Tag war ihre Familie in der Quarantäne, schon kam der Anruf von ihrer besten Freundin Lena: „Wenn ihr irgendetwas braucht, sag einfach Bescheid. Und nicht nur bei den wichtigen Sachen… Auch wenn die Kinder ein neues Buch brauchen, weil sie die eigenen schon alle kennen… Oder wenn euch noch ein Tütchen Backpulver fehlt, um gemeinsam was zu backen… Sag Bescheid, ich bringe es euch vorbei. Das ist kein Problem.“

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich finden,

sich verbinden – für eine Zeit.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich tragen

und nicht fragen, was bringt es ein.

Für Noomi ist es ein Weg ins unbekannte. Klar geht es in ihre Heimat, aber wie es dort sein wird… sie weiß es nicht. Auf jeden Fall wird es nicht einfach, so viel steht fest. Das will sie niemandem zumuten. Deshalb schickt sie ihre Schwiegertochter Rut zurück in deren Familie. So gehört es sich. So muss es sein. Was sollte Rut auch in Israel wollen. Sie ist Moabiterin – gehört zu einem anderen Volk, glaubt an andere Götter. Sie ist jung genug, sie wird ihren Weg finden. Warum sollte sie sich mit einer alten Frau wie Noomi abgeben.

Doch Rut denkt überhaupt nicht daran, zurück in ihre Familie zu gehen. Sie setzt sich über die Gepflogenheiten hinweg und bleibt bei Noomi. Sie nimmt den schweren Weg auf sich. Sie begleitet ihre verwitwete Schwiegermutter. Dabei lässt sie sich auch nicht von den Grenzen zwischen Völkern oder den verschiedenen Religionen aufhalten. Warum tut sie das?

Sie stellt sich selbst in den Dienst von Noomi, die ihre Hilfe mehr als gut gebrauchen kann. Sie identifiziert sich mit Noomi und bleibt an ihrer Seite. Sie macht Noomis Weg für ein Stück zu ihrem Weg. Und so brechen beide Frauen auf. In eine ungewisse Zukunft. Aber gemeinsam. Wie bezeichnend, dass Ruts Name so ähnlich klingt wie das hebräische Wort für „Freundin“.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich finden, sich verbinden – für eine Zeit.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich tragen und nicht fragen, was bringt es ein.

Die Freundschaftsikone habe ich in Taizé entdeckt. Sie zeigt Christus und Menas, einen koptischen Christen aus dem 7. Jahrhundert. Menas steht stellvertretend für alle Glaubenden. So erzählt die Ikone etwas von der Freundschaft, die Christus jedem anbietet. Christus kommt zu mir und steht an meiner Seite. Er identifiziert sich mit mir – wird ein Mensch wie ich. Er überwindet alle Grenzen; alles was mich von ihm noch trennt, lässt er hinter sich. Er kommt zu mir und geht meine Wege mit. Mit ihm zusammen schaue ich zuversichtlich nach vorn, was auch immer dort auf mich zukommt. Mit ihm wage ich den nächsten Schritt.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich finden,

sich verbinden – für eine Zeit.

Das nennt man Freundschaft, wenn zwei sich tragen

und nicht fragen, was bringt es ein.

Amen.

Gebet

Liebender Gott,

so wie ein guter Freund uns begleitet und eine gute Freundin für uns da ist, so bist du an unserer Seite und in unserer Nähe.

Dafür danken wir dir und bitten:

Sei bei den Verbitterten, die niemanden an sich heranlassen und sich von aller Welt verraten fühlen. Zerbrich mit deiner Liebe ihr Gefängnis der Einsamkeit.

Sei bei den Kranken, bei denen die sich nach einer heilsamen Berührung sehnen. Lege deinen Arm um sie und lass sie bei dir geborgen sein.

Sei bei den Befreundeten und den Liebenden, die für die Menschen in ihrer Umgebung da sind. Stärke sie in ihrer Hingabe und erfülle ihr Leben mit Freude und Glück.

Sei bei uns mit deiner Hilfe und deinem guten Geist. Hilf uns, etwas von dem weiterzugeben, was wir aus der Fülle deiner Liebe schöpfen.

Amen.

Vaterunser

Lied „Der Morgenstern ist aufgedrungen“ (EG 69)

Segensgebet

Gott, ich vertraue mich deiner Hilfe und Begleitung an.

So sei und bleibe bei mir auf allen meinen Wegen.

Amen.

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