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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Hausandacht am Sonntag Reminiscere: 28. Februar 2021

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Wir freuen uns, dass diese Hausandacht den Weg zu Ihnen gefunden hat. Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe. Nehmen Sie sich Zeit für diesen geistlichen Impuls. Wenn Sie mögen, sprechen Sie die Gebete laut, und wenn Sie das Lied kennen, singen Sie es. Zünden Sie eine Kerze an, denn Jesus Christus, das Licht der Welt, ist bei Ihnen.

 

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Schöpfers der Welt.

Im Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Bruders.

Im Namen des Heiligen Geistes, Gottes Kraft in uns.

Amen.

 

Psalmgebet

Zu dir, Herr, trage ich, was mir auf der Seele brennt.

Mein Gott, auf dich vertraue ich.
Lass mich keine Enttäuschung erleben!

Sonst triumphieren meine Feinde über mich.

Es wird ja keiner enttäuscht,  der auf dich hofft.

Enttäuscht wird nur, wer dich treulos verlässt.

Zeige mir die Wege, Herr, die du  bestimmst!

Und lehre mich, deinen Pfaden zu folgen!

Bringe mir bei, nach deiner Wahrheit zu leben!
Denn du bist es, Gott, der mir hilft.

Und so will ich auf dich hoffen den ganzen Tag.

Denke an deine Barmherzigkeit und Güte, Herr!

Denn schon seit Urzeiten handelst du danach.

Aber an meine Vergehen sollst du nicht denken –

Auch nicht an die Sünden aus meinen Jugendtagen!

Denke so an mich, wie es deiner Güte entspricht!
Du meinst es doch gut mit mir, Herr.

Amen.

 

(Psam 25, 1-7, Übersetzung der Basisbibel)

 

Biblische Lesung

Wohlan, ich will

von meinem lieben Freund singen,

ein Lied von meinem Freund

und seinem Weinberg:
Mein Freund hatte einen Weinberg

auf einer fetten Höhe.

Und er grub ihn um

und entsteinte ihn

und pflanzte darin edle Reben.

Er baute auch einen Turm darin

und grub eine Kelter

und wartete darauf,

dass er gute Trauben brächte;

aber er brachte schlechte.

 

Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas,

zwischen mir und meinem Weinberg!

Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg,

das ich nicht getan habe an ihm?

Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht,

während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will!

Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde,

und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.

Ich will ihn wüst liegen lassen,

dass er nicht beschnitten noch gehackt werde,

sondern Disteln und Dornen darauf wachsen,

und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

 

Des Herrn Zebaoths Weinberg aber ist das Haus Israel,

Und die Männer Judas sind seine Pflanzung, an der sein Herz hing.

Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch,

auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

 

(Jesaja 5, 1-7)

 

Auslegung

 

Es fängt so schön an. Wie ein Straßenmusikant, wie ein Bänkelsänger beginnt der Prophet Jesaja: „Von meinem Freund will ich euch ein Lied singen, von meinem Freud und seinem Weinberg!“ Und die Zuhörerinnen und Zuhörer haben Bilder von saftigen Weintrauben vor Augen oder von einem großen Weingelage. Doch dann die Enttäuschung: Der Weinberg bringt, trotz aller Zuwendung, keine Frucht.

Und plötzlich wird aus dem harmlosen Lied eine Gerichtsverhandlung, der Weinbergbesitzer klagt an, und die Zuhörer finden sich in der Rolle der Richter wieder: Ist es nicht angemessen und gerecht, wenn der Weinberg, der trotz aller Mühe ohne Ertrag bleibt, wieder gerodet wird? Unter landwirtschaftlichen Gesichtspunkten allemal. Man spürt aber auch die Kränkung des Weingärtners, die über alles Sachliche hinausgeht. Wie ein enttäuschter zurückgewiesener Liebhaber wirkt er.

Und plötzlich ist der Weingärtner Gott und die Zuhörenden – eben noch Theaterpublikum, dann Richter – sind die erschrockenen Angeklagten. Gott hat sie gehegt und gepflegt, mit allem Lebensnotwendigen versorgt, ihnen die Treue gehalten, ihnen sein gutes, heilsames Gesetz gegeben. Doch all das fruchtet nichts: Das Recht wird gebrochen, Gerechtigkeit mit Füßen getreten. Der „Weinberg“, das Volk – eine moralische Wüste und, nach der Eroberung durch feindliche Mächte, auch eine ganz reale.

Es fängt so schön an, immer wieder. Gott schenkt uns das Leben, gibt uns ein fühlendes Herz und offene Sinne, stellt uns Menschen zu Seite, die für uns da sind, und zu essen und zu trinken haben wir auch. Und sein Gebot haben wir, zusammengefasst im dritten Mosebuch und von Jesus in den Evangelien bekräftigt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Das ist die Formel für’s Glück. So kann der Wein gedeihen. So kommen wir zurecht auf dieser Erde.

Doch stattdessen: Die Angst zu kurz zu kommen. Die Sucht nach immer mehr. Äußerer Besitz statt innerer Fülle. Konkurrenz statt Kooperation. Haben anstelle von Sein. Und Seelen verwüsten. Tiere und Pflanzen sterben aus. Meere vermüllen. Wälder verdorren. Und das Weltklima ist kurz davor, für immer zu kippen. – Ich glaube nicht, dass Gott uns bestraft. Was geschieht, ist einfach die Folge unserer Art zu leben. Aber dass wir Gott verloren haben und uns selbst gleich mit, dass uns der innere Kompass abhanden gekommen ist, da kann ich Jesaja kaum widersprechen.

Und nun? Sein Lied, das so schön beginnt, sei ein Weckruf! Achten wir, als erstes, auf das, was Gott uns schenkt: Spüren wir, genießen wir, nehmen wir wahr mit allen Sinnen. Jedes Lächeln gehört dazu, jeder Windhauch, jede Berührung, jedes gute Wort. Nähren wir uns davon, damit wir glücklich sind und Gutes in uns reift! Und dann: Achten wir auf das, was wir tun: Mir nicht mehr nehmen als ich brauche, sonst nehme ich es doch jemandem weg. Mich nicht stark fühlen, indem ich andere kleinmache. Auf Gerechtigkeit achten, auch zu meinen Ungunsten. Für das Ganze sorgen, zu dem ich doch auch gehöre. Den Weingarten erhalten. Und andere begeistern für diesen Weg. Es fing doch so schön an. Und es soll weitergehen – anders, besser als bei Jesaja. Gott helfe uns dabei! Amen.

 

Gebet & Vaterunser

Gott, unser Gärtner, mache uns offen für das Gute, das Du uns tust. Hilf uns, zu gedeihen, innerlich zu wachsen, Frucht zu bringen. Hilf uns, über unsere engen Grenzen hinauszudenken und den Garten, in dem wir leben, zu bewahren. Amen.

 

Lied „Gott ist gegenwärtig“ (GL 387, EG 165, 1+6)

 

Segen

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 

Tag-Werk

Tun Sie etwas Heilsames für den Welt-Garten. Lassen Sie den Müll nicht im Wald liegen, den andere hingeworfen haben. Vielleicht haben Sie bei Ihrem Spaziergang eine Tüte dabei. Oder pflanzen Sie einen Baum, das ist immer gut! Mehr unter www.greenforestfund.de.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Christoph Eichert (Paulusgemeinde)

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