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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Hausandacht am Palmsonntag, 28. März 2021

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Wir freuen uns, dass diese Hausandacht den Weg zu Ihnen gefunden hat. Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe. Nehmen Sie sich Zeit für diesen geistlichen Impuls. Wenn Sie mögen, sprechen Sie die Gebete laut, und wenn Sie das Lied kennen, singen Sie es. Zünden Sie eine Kerze an, denn Jesus Christus, das Licht der Welt, ist bei Ihnen.

 

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Schöpfers der Welt. Im Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Bruders. Im Namen des Heiligen Geistes, Gottes Kraft in uns. Amen.

Psalmgebet (aus Psalm 69, Übersetzung der Basisbibel)

Rette mich, Gott!

Denn das Wasser steht mir bis zum Hals.

Ich bin versunken in bodenlosem Schlamm

und finde keinen festen Grund.

In tiefes Wasser bin ich hineingeraten.

Eine Flutwelle spülte mich fort.

Erschöpft bin ich von meinem Schreien.

Meine Kehle ist davon schon heiser.

Meine Augen sind ganz müde geworden,

als ich Ausschau hielt nach meinem Gott.

Antworte mir, Gott, in deiner großen Güte!

Zeige mir deine Treue und rette mich!

Zieh mich aus dem Schlamm!

Sonst muss ich noch darin versinken.

Rette mich aus dem Strudel des Hasses

und aus dem tiefen Wasser!

Komm zu mir und erlöse mich aus der Gefahr.

Deine Hilfe, Gott, wird mich aufbauen.

Amen.

Evangelium (aus Johannes 12):

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Predigttext (Hebräer 11, 1-2 und 12, 1-3):

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sehen kann. In diesem Glauben haben unsere Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen.

Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Glaubenszeugen um uns haben, lasst uns alles ablegen, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens. Er hätte Freude haben können, doch er erduldete das Kreuz und achtete die Schande gering. Deshalb sitzt er zur Rechten des Thrones Gottes. Denkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut nicht sinken lasst.

Auslegung

Minus mal Minus gibt Plus. Das habe ich in Mathe gelernt, in der vierten oder fünften Klasse. Ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sehen kann, gibt feste Zuversicht.

Es scheint, als hätte es die Gemeinde des Hebräerbriefes nicht leicht, dass sie mit soviel Minus hantieren muss. Und nach allem, was man weiß, stimmt das auch. Die Zeit wird lang um das Jahr 80 nach Christus. Jahr für Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt warten die Christinnen und Christen, dass Jesus wiederkommt mit Macht und Herrlichkeit und Gottes Reich sich in seiner ganzen Pracht entfaltet. Doch Jesus kommt nicht. Stattdessen stirbt eine Generation nach der anderen weg. Und die Christenverfolgungen beginnen. Und der große Boom ist vorbei, sie werden weniger, nicht mehr. Soviel Minus. Wo bleibt das Plus? Wie haben sie das Warten satt! – Und dann lesen sie: Vertraut eurer Hoffnung, zweifelt nicht daran! Unsere Vorfahren haben auch auf diese Weise geglaubt. Denkt ihr wirklich, sie hatten es leichter als ihr? Und denkt an Jesus: Er hätte Freude haben können, hätte es sich leicht machen können. Doch er ist seinen Weg weitergegangen. Auch dann noch, als sie ihn gekreuzigt haben. Und dann ist er auferstanden und sitzt zur Rechten Gottes. Bleibt eurer Hoffnung treu! Bewahrt euch euern Glauben! Damit ihr nicht müde werdet und den Mut nicht sinken lasst.

Ja, denken wir an Jesus: Wie er einzieht in Jerusalem, und die Menge jubelt.

Wie ihm bang ums Herz ist, weil er ahnt, was kommen wird. Dass die Wenigsten ihm die Treue halten, als das Blatt sich wendet. Einen Sieger wollen sie und keinen, der unter die Räder kommt oder, noch schlimmer, ans Kreuz. Erst rufen sie „Hosianna“ und dann „Kreuzige“. – Der Glaube ist eine feste Zuversicht, Jesus! Eine Zuversicht auf das, was man hofft. Ein Nichtzweifeln an dem, was man im Herzen trägt, aber nicht sehen kann. So ist es mit der Liebe Gottes. Er hat sie hochgehalten, auch als ihm nichts als Hass entgegenschlug. Als es nichts als Minus gab. Das Plus, keiner hat mehr daran geglaubt, kam erst bei Sonnenaufgang am Ostermorgen.

Und denken wir an uns: Wie haben wir das Warten satt! Denken wir an unsere Kinder, die jung sind und etwas erleben wollen: Spielen, Freundschaften schließen, unbeschwert zusammensein. Oder, später: Feiern, tanzen, vieles ausprobieren, sich verlieben, glücklich sein. Jetzt ist die Zeit dafür! Doch stattdessen: Onlineschule und Onlinestudium, Kontaktverbote, Berührungsverbote. Der Abiball fällt aus und der achtzehnte Geburtstag und die Nacht am Badesee mit Freunden und was einen sonst glücklich macht. Seit einem Jahr geht das schon so, und ein Jahr ist lang, wenn man jung ist. Und für die Alten ist es nicht viel besser. Und richtig froh ist wohl niemand zurzeit. Soviel Minus. Wo ist das Plus? – Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man noch nicht sehen kann. Werft eure Hoffnung nicht weg und euern Glauben an erfülltes, tiefes Leben! Vergesst nicht, wie es war und wie es wieder sein kann. Haltet fest daran!

Und es gibt das, was keiner weiß. Was man nur mit sich selbst ausmacht:  Eine Beziehung ist zerbrochen. Es tut so weh. Auf einmal nicht mehr gewollt. Abgelegt wie ein altes Hemd. Werde ich je wieder einem Menschen etwas bedeuten? Bin ich überhaupt noch liebenswert? Wie soll ich wieder Vertrauen fassen? – Ja, deine Hoffnung wurde verletzt, darum hege sie wie eine zarte Pflanze. Halte fest daran, dass das Leben dir noch viel schenken will!

Und es gibt andere Sorgen: Die Krankheit, die einem das Leben schwermacht. Die vielen Arztbesuche, die Behandlungen, die Unsicherheit, ob es überhaupt Heilung gibt. Und die Sorge um Menschen, die mir nahestehen. Und die Sorge um die Zukunft der Welt. Wo bleibst Du, Gott? Wann kommst Du wieder mit Deinem Reich des Friedens und des Heils und der Gerechtigkeit? Wo kann ich es finden, schon jetzt, wenigstens ansatzweise? – Der Glaube ist eine Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sehen kann. Vielleicht haben wir nicht mehr als diesen Glauben, gerade jetzt in der Passionszeit. Aber den haben wir immerhin. Und wenn nicht, möge Gott ihn stärken und erneuern. Damit wir nicht müde werden und den Mut nicht sinken lassen. Sehen wir auf die Wolke der Glaubenszeugen, von denen der Hebräerbrief  spricht. So vielen Menschen hat das Vertrauen auf Gott Kraft gegeben, und sie wurden nicht enttäuscht.

Und wenn Ihnen das zu fromm ist, dann denken Sie an Ihren Matheunterricht. Vielleicht gibt Minus mal Minus tatsächlich Plus, manchmal haben die Lehrer recht. Auf dieses Plus leben wir hin! Amen.

Gebet & Vaterunser

Gott der Hoffnung, hilf mir, wenn ich Angst habe und mein Glaube wankt. Stärke mein Vertrauen ins Leben, auf Dich und auf meine Mitmenschen, damit ich nicht müde werde und den Mut nicht sinken lasse. Begleite mich durch die Karwoche und die kommende Zeit. Amen.

Lied „Halte deine Träume fest“ (Durch Hohes und Tiefes 308)

(im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=VYA1V0Q5VnE)

Segen

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

Tag-Werk

Tun Sie etwas Hoffungsvolles! Schauen Sie einem Vogel zu im Park oder im Garten. Oder pflanzen Sie etwas und freuen sich in den nächsten Wochen am Wachsen und Gedeihen. Oder schmieden Sie mit einem Menschen Ihrer Wahl einen Zukunftsplan: Was würde Ihnen beiden gut tun?

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Christoph Eichert (Paulusgemeinde)

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