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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Hausandacht, 7. Februar 2021 – Sechzig Tage vor Ostern

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Wir freuen uns, dass diese Hausandacht den Weg zu Ihnen gefunden hat. Gönnen Sie sich einen Moment Ruhe. Nehmen Sie sich Zeit für diesen geistlichen Impuls. Wenn Sie mögen, sprechen Sie die Gebete laut, und wenn Sie das Lied kennen, singen Sie es. Zünden Sie eine Kerze an, denn Jesus Christus, das Licht der Welt, ist bei Ihnen.

Eröffnung

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen

 

Psalmgebet

HERR, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;

deine Wahrheit währet für und für.

Du hast die Erde fest gegründet, und sie bleibt stehen.

Ich bin sehr gedemütigt;

HERR, erquicke mich nach deinem Wort!

Du bist mein Schutz und mein Schild; ich hoffe auf dein Wort.

Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe;

denn sie sind meines Herzens Wonne.

Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe,

und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung.

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,

so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig.

Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

 

(aus Psalm 119)

 

Biblische Lesung: Lukasevangelium 8

 

4 Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis:

5 Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. 6 Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7 Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. 8 Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Und rief: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

9 Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. 10 Er aber sprach: 11 Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. 12 Die aber an dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. 13 Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. 14 Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife. 15 Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

 

Impuls

Und: welcher Typ Acker sind Sie? Ist es bei Ihnen wie auf dem Weg: Sie hören Gottes Wort und noch bevor es eine Chance hat, zu keimen, wird es durch irgendetwas anderes wieder entfernt? Oder sind Sie eher der felsige Typ: Das Wort wird gehört, es gefällt und tut gut, aber bald ist es auch wieder vergessen. Vielleicht entdecken Sie sich aber auch bei den Dornen wieder: das Wort Gottes wächst und wächst, doch anderes ist wichtiger oder lauter und überdeckt alles andere. Aber wahrscheinlich sind Sie der gute Acker – sonst würden Sie ja diese Hausandacht nicht lesen: Gottes Wort fällt bei Ihnen auf guten Boden. Sie hören und bedenken es, es wird verinnerlicht und geht zu Herzen. Schließlich bringt es hundertfache Frucht im lebendigen Glauben und im gläubigen Leben. Ja, genau, das sind Sie. Eindeutig. Und ich bin das auch. Dann ist ja alles gut.

 

Obwohl… also, wenn ich ehrlich bin… so eindeutig ist das bei mir manchmal nicht. Manchmal passiert es, wenn wir morgens die Herrnhuter Losungen lesen, dass ein Kind seine Tasse umstößt. Die Milch läuft über den ganzen Tisch. Da ist erstmal wischen angesagt. Die Losung? Wie war die heute? Haben wir die gelesen? Keine Chance: Das Wort ist weg, ehe ich mich versehe.

 

Oder wenig später: Andacht zu Beginn der Dienstberatung. Ein guter Text. Eine treffende Auslegung. Ja, genau, so ist das. Das muss ich mir merken! Eine kurze Atempause – und dann: „So, wer muss heute als erster weg? Du? Na gut, dann fang mal an. Aber ich habe dann auch noch einiges auf meiner Liste. Und wir dürfen heute auf keinen Fall vergessen…“ Keine Chance: das Wort ist zwar angekommen, aber gleich wieder eingegangen. Die Wurzeln konnten den Felsen des grauen Alltags nicht durchdringen.

 

Oder am Nachmittag: Ich sitze am Schreibtisch. Jetzt nehme ich mir Zeit für das „Wort zum Tag“. Ich lese Zeile für Zeile. Das tut gut. Doch da, ein Gedanke wie ein Stachel: „Ich muss heute noch mit Herrn W. telefonieren.“ Aber nicht jetzt. Erstmal das „Wort zum Tag“. Ich lese. Und wieder ein Stachel: „Das ist wichtig. Hoffentlich ist er noch da… Wenn ich ihn heute verpasse…“ Einen Moment kann das doch noch warten. Ich lese. „Los, jetzt. Sonst ist es zu spät. Und das wäre ein echtes Problem! Das ist dann nicht so leicht wieder in Ordnung zu bringen…“ Ich gebe auf, lege das „Wort zum Tag“ weg und setze mich ans Telefon. Keine Chance. Es war kein Durchkommen durch diese Dornenhecke.

 

Der Tag vergeht. Immer wieder denke ich: „Du müsstest doch…“ Ich sehne mich nach Gott, nach seinem Wort, das mir Kraft gibt, meine Gedanken erfrischt, meinen Glauben belebt. Doch es wird einfach nichts. Der Tag scheint Wort-los zu vergehen.

 

Vor dem Schlafen gehe ich noch eine Runde ums Haus. Da. Plötzlich ein Gedanke. Das ist doch ein Satz aus einer Predigt. Wie kommt der denn jetzt in meinen Kopf? Wie aus dem Himmel gefallen – und mir eingefallen. Ich versuche mich zu erinnern. Stück für Stück bekomme ich den Gedankengang zusammen. Ich bin gerührt. Es fühlt sich so an, als hätte jemand nichts unversucht gelassen, mir an diesem Tag dieses Wort zukommen zu lassen. Das tut gut. Danach habe ich mich gesehnt. Ich spüre, wie sich die Wurzeln meines Glaubens ausstrecken und sich fest in den guten Ackerboden graben. Das gibt mir Halt und neue Kraft. Ich atme durch. Ich blicke auf. Ich ahne, wie gut es der Sämann mit mir meint. Amen.

 

Gebet

 

Lebendiger Gott,

so wie ein Bauer den Samen auf das Feld sät, so sendest du dein Wort in unser Leben. Du sprichst in unser Herz und machst uns gewiss, dass du uns liebst und für uns da bist.

 

Dafür danken wir dir und bitten:

Sei bei denen, die keine Kraft mehr haben, weil eine Krankheit sie auszehrt, weil der Stress an ihren Nerven nagt, weil Ängste und Sorgen sie auffressen. Stärke     sie durch verständnisvolle Freunde, treue Weggefährten und mitfühlende Angehörige.

Sei bei denen, die Hungern und Dürsten – nach Nahrung, nach Liebe, nach Sicherheit. Hilf uns, zu teilen, was wir haben, und beschenke Sie mit dem Reichtum deiner Güte.

Sei bei denen, die sich nach dir sehnen, deren Leben kein guter Ackerboden ist, in dem dein Wort wurzeln kann. Werde nicht müde, deine Wohltaten in ihr Leben zu säen, bis der Same auch bei ihnen Früchte trägt.

Sei bei uns mit deinem Wort und deinem guten Geist. Hilf uns, aus deiner Kraft zu leben und mit den Früchten des Glaubens diese Welt zu bereichern.

Amen.

 

Vaterunser

Lied „Herr, öffne mir die Herzenstür“ (EG 197)

Segensgebet

 

Gott, sei mein Schutz und mein Schild - begleite mich, wenn ich Angst habe und Sorgen mich bedrängen.

Gott, erhalte mich, dass ich lebe – ein Leben aus der Fülle deiner Liebe und der Kraft deines Geistes.

Gott, dein Wort sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege -

damit ich sicher und getrost gehen kann, an jedem neuen Tag.

Amen.

 

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und einen behüteten Gang durch die neue Woche.

Ihr Vikar Alexander Barth aus der Paulusgemeinde

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