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Evangelischer Kirchenkreis Halle-Saalkreis

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Ausschreibungen, Nominierte und Preisträger des Medienkunstpreises vergangener Jahre

2015: Daniel Ramon Persy (Nominiert für den Medienkunstpreis)

Exposé: Ca. 550 qm

Es fing an mit einem Foto. Wie eine Stellwand wirkte eine Häuserfront auf mich, so zweidimensional und kulissenhaft. An diesem Punkt fing ich an, meine Umgebung in Halle neu wahrzunehmen und entwickelte einen Blick für diese scheinbar künstlich arrangierten Konstrukte, die auf metaphorische Weise auch unsere gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Konstrukte hinterfragen (Bild #1).

Der schöne Schein, Selbstinszenierung, aber auch Abschottung und Verschleierung – um solche Themen kommt man gerade in Zeiten von Facebook und NSA-Affäre in unserem Kulturkreis nicht mehr herum. Es gibt aber noch andere Aspekte die mich solchen Häuserwänden faszinieren: Die kahle, gegenstandslose Putzfassade als Bildhintergrund eröffnet plötzlich Assoziationsräume, wenn der Betrachter es zulässt (Bild #2).

Eine horizontal verlaufende Linie kann zum Horizont werden. Abstrakte Farbflecken, welche Graffiti überdecken, nehmen Gestalt an, werden zu Objekten im Raum. So wird die ebene Fläche plötzlich dreidimensional und birgt aufrgund der stark reduzierten Gegenständlichkeit das Potential, beim ein oder anderen Betrachter Assoziationen oder gar Erinnerungen zu wecken.

Nicht zuletzt macht eigentlich erst das Nichtwissen, was sich hinter ihr verbirgt, die Fassade für mich so interessant. (Bild #4) ist sinnbildlich gemeint für die ständige Suche, auf welcher der Mensch ist – die Suche nach dem Sinn hinter oder in allen Dingen. Die leere Projektionsfläche als fiktionaler Raum verdeutlicht hier die Subjektivität und Vielfalt dessen, was die Antworten auf diese Suche sein können.

Meinem inhaltlichen Interesse an Künstlichkeit und Inszenierung steht eine bewusst einfache und direkte Arbeitsweise gegenüber. Ich fotografiere intuitiv und ungeplant mit einer einfachen Analogkamera ohne Zoom oder manuellen Fokus und mache immer genau 1 Foto. Dies schult einerseits den Blick und lässt andererseits dem Zufall die Möglichkeit, sich im Bild rumzutreiben und es lebendig zu halten.

Plakat Fotokunstpreis 2016/17

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